21.02.2018 - 21:18 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Caritas-Fachambulanz für Suchtprobleme zieht Bilanz Alkohol bleibt Droge Nummer eins

500 Klienten zählt die Caritas-Fachambulanz für Suchtprobleme Weiden im Jahr 2017. Alkohol ist nach wie vor das Suchtproblem Nummer eins, vor Cannabis und den Modedrogen wie Crystal Meth.

Die Caritas-Suchtberatung blickt gemeinsam mit Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher, OB Kurt Seggewiß, Leiterin Katjenka Wild, Kathrin Miller, Alicja Florko-Broschak und Praktikantin Corinna Treml (von links) auf die Jahresbilanz. Am 13. April feiert die Ambulanz 50-jähriges Jubiläum. Bild: rdo
von Autor rdoProfil

Zum Jahresgespräch der Caritas Fachambulanz für Suchtprobleme trafen sich am Mittwoch die Leiterin Katjenka Wild und ihr Team mit Oberbürgermeister Kurt Seggewiß und Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher. Die Anzahl der Klienten halte sich nahezu stabil in den letzten drei Jahren, so Wild.

"Die Freigabe der weichen Drogen wie Cannabis ist ein zweischneidiges Schwert. Die Droge belegt momentan den vorderen Platz vor Crystal Meth. Insbesondere das Tetrahydrocannabinol (THC) wird als vermeintlich ungefährlich eingestuft", so die Leiterin. Es handle sich aber immer noch um eine Einstiegsdroge und erzeuge Abhängigkeit. Mehr Aufmerksamkeit müsse auf die Sucht im Alter (Medikamente und Alkohol) gelegt werden. Die Caritas in Regensburg berate dazu bereits Pflegepersonal in Heimen, sagte die Fachambulanzleiterin. Die Stadt stehe in den letzten neun Jahren im Schulterschluss mit den Landkreisen Neustadt/WN und Tirschenreuth, die Beschwerden von Suchtbetroffenen wegen langer Wartezeiten auf Beratungsgespräche zu verringern, sagte OB Seggewiß. "Weiden ist als Oberzentrum Mittelpunkt des Drogenumschlags und sich seiner Verantwortung von Präventionsangeboten bewusst."

"Durch den Bau von stationären Einrichtungen für Jugend- und Erwachsenenpsychiatrie in Weiden mit 35 Millionen Euro sorgt der Bezirk für ausreichende Versorgung in der nördlichen Oberpfalz", erläuterte Lothar Höher. Er dankte den kirchlichen Einrichtungen, die wertvolle Beratungsarbeit leisteten.

Als Wunsch regte Wild das Angebot von Freizeitpädagogik an. Dies sei sinnvoll, um den nach einer Therapie zurückkehrenden Betroffenen den Alltag zu erleichtern und Rückfälle in Drogenabhängigkeit zu vermeiden. Die Begegnungsstätte "Oase" könne dies allein nicht leisten. Seit 1. Januar 2018 gehört die Suchtberatung der Justizvollzugsanstalt zur Caritas Weiden.

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