Chiemgauer Volkstheater begeistert 400 Zuschauer
Mei bester Freind

Nichts ist's mit der schlimmen, weil nur eingebildeten Krankheit: Bauer Brumm (Andreas Kern, helles Hemd und Hosenträger) ist wieder obenauf. Bild: hcz

Seine Blutwerte sind entsetzlich. Die Lage ist hoffnungslos. Es geht bald zu Ende, meint Bauer Sepp Brumm, der als eingebildeter Kranker, als Hypochonder, am Freitagabend im Mittelpunkt des Chiemgauer Volkstheaters steht.

Mit einem typischen, lustigen "Bauerntheaterstück" sorgt das Chiemgauer Volkstheater für beste Unterhaltung und eine (fast) volle Max-Reger-Halle. "Mei bester Freind" heißt die Komödie, die für zwei Stunden Zwerchfell-Anstrengung sorgt. Am Schluss, nach minutenlangem Beifall, dankt Regisseur Bernd Helfrich für die "gute Stimmung in Weiden" und versichert, im nächsten Jahr wieder zu kommen.

Die Handlung ist schnell erzählt. Landwirt Sepp Brumm (Andreas Kern) ist ein Hypochonder. Er liest am liebsten die "Rentner-Bravo", die Apothekenzeitung, und bildet sich daher diverse Krankheiten ein. Durch seinen Handy-Klingelton - das "Lied vom Tod" - wird er an die Einnahme zahlloser Tabletten erinnert, die er eigentlich gar nicht bräuchte. Schlimm wird es, als der Bauer zufällig ein Gespräch des Landarztes Dr. Otto Kirschenhofer (Bernd Helfrich) mithört und es auf sich bezieht.

Um das vermeintliche baldige Ableben dreht sich dann auch ein Großteil der Handlung. Mit seinem Freund, dem Wirt und Metzgermeister Willi Strobl (Markus Neumeier), setzt Brumm sein Testament auf. Mit Balthasar Kramer (Flo Bauer), dem Vertreter eines Bestattungsinstituts, regelt er die Beerdigungsformalitäten vorab. Vor seiner Mutter (Kathi Leitner als Angelika Brumm), "Oma Geli") und seiner Frau Anna Brumm (Michaela Heigenhauser) hält er seinen baldigen Tod natürlich geheim. Besonders, weil deren Jugendbekanntschaft, der Reitlehrer und Berufsreiter Freddy Berger (Florian Kiml), zu Besuch da ist und für Eifersucht sorgt. Nach einigen Verwicklungen und Irritationen klärt Dr. Kirschenhofer den Irrtum auf. Den Reitlehrer stechen die Bienen. Sepp Brumm und seine Frau fallen sich in die Arme. Der "eingebildete Kranke" kann aufatmen.

Mehrfach gab es Szenenapplaus während des Stücks. Für Andreas Kern, der den "Todkranken" glaubhaft spielt: "Die Guten sterben früh". Natürlich auch für Bernd Helfrich, den Chef der Truppe, als Landarzt und Fußball-Fan, sowie für Florian Kiml und Flo Bauer, die in ihren gewollt überzeichneten Rollen als Reitlehrer und Bestatter für manchen überraschenden Lacher sorgten. Genauso brillierten Kathi Leitner, Michaela Heigenhauser und Markus Neumeier in ihren Rollen.

Das Bühnenbild war einfach, bunt und für das Stück typisch: eine urige, oberbayerische Bauernwohnstube. Knapp 400 Besucher waren in Weiden begeistert.
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