25.02.2018 - 15:50 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Chiemgauer Volkstheater zeigt Der Kartlbauer in der Max-Reger-Halle Herzsau sticht Herzkönig

Martin Kirchbauer riskiert so einiges. Seit einer unglücklichen Liebschaft will er nichts von Frauen wissen und verfällt der Spielsucht. Alle haben Angst, dass der Landwirt Haus und Hof verspielt. Schließlich gewinnt er, weil er verliert: Nämlich eine neue Frau. Und was für eine.

Hauptsache: Geheiratet wird, völlig egal, ob die Braut beim Karteln gewonnen wurde und völlig deppert ist. Die Pfarrersköchin freut's. Bilder: Kunz (2)
von Autor UZProfil

Das Chiemgauer Volkstheater hat die turbulente Geschichte "Der Kartlbauer" aus der Feder von Ralph Wallner am Samstagabend auf der Bühne der Max-Reger-Halle inszeniert.

Der Einsatz beim verhängnisvollen Spiel war die Stieftochter Afra vom Großbauer Bachmeier. Sollte Martin verlieren, müsse er sie heiraten. Allerdings ist Afra grundhässlich und nicht gerade mit großer Intelligenz gesegnet. "I bin de Afra und i bin leida bläd. Sogt da Vater." Gerade wegen Simona Mai in der Rolle der depperten Afra schütten sich die Zuschauer vor Lachen aus.

"Desweng derf i a imma bloß zum Gartentürl geh und ned weida, weil d'Leid sunst merken, dass i bläd bin." Stiefpapa Bachmeier hat's faustdick hinter den Ohren und trickst die harmlose Afra schon jahrelang aus. Unter der Regie von Mona Freiberg gelingt der TV-bekannten Theatergruppe eine routiniert inszenierte Komödie aus Irrungen und Wirrungen mit schmissigen Dialogen und guten Darstellern.

Leider ist die Handlung ein Stück weit lebensfern. Denn als die hübsche Christl (Nicola Pendelin) als Aushilfsmagd auf den Hof kommt und Martin sich in sie verliebt, könnte er die Notbremse ziehen und auf seinen Gewinn verzichten. Tut es aber nicht: Spielschulden sind schließlich Ehrenschulden. Ein Gewissenskonflikt, der das Prozedere Hochzeitsplanung weitertreibt.

Weil Martins Schwester Anna (Kristina Helfrich) ihren Knecht Gustl (Max Held) erst dann heiraten darf, wenn der Bruder (Tom Mandl) endlich im Ehebett gelandet ist, beschert dies der Handlung weitere Verstrickungen. Bauer Martin lässt sich zu einem weiteren Spiel hinreißen und verliert abermals. Es wird alles noch schlimmer. Erst als sich die Pfarrersköchin einschaltet, dreht sich das Blatt.

Zuschauer begeistert

Trotz des schwächelnden Plots, gelingt es dem Ensemble, die Zuschauer mit ihren spielerischen Qualitäten zu begeistern. Viel Verständnis und beinahe mütterliche Liebe bringt Mona Freiberg auf, die sich als Pfarrersköchin Zenzi rührend um die Belange und Befindlichkeiten der Protagonisten kümmert. Rupert Pointvogel ist die ideale Besetzung für den durchtriebenen Großbauer Bachmeier. Die Kultgemeinde der "Chiemgauer"-Fans dankte es mit entsprechendem Applaus.

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