24.10.2017 - 20:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

CSU, Bürgerliste und Grüne im Klassenzimmer Mängelsuche in den Realschulen

Nur die SPD, die einen Neubau will, ist nicht dabei. CSU, Bürgerliste und Grüne besichtigen die Gebäude der Realschulen. Einige Stadträte sind zum ersten Mal hier, andere wieder mal nach Jahrzehnten. Sie suchen die Schäden, die die Großinvestitionen, gleich ob Generalsanierung oder Neubau, nötig machen - und werden nicht fündig.

von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

"Wo sind die Probleme", fragen sofort der Bauunternehmer Stefan Rank (Bürgerliste) und Architekt Karlheinz Beer (CSU). Doch die große Demonstration bleibt aus. Unter der angeblich korrosionsgefährdeten Kaiserdecke im Keller ist's nicht feucht, sondern salztrocken, "eher mit Gefahr Staublunge", meint Beer. Keine Decke ist einsturzgefährdet. Die Schulen präsentieren sich - zumindest auf den ersten Blick - trotz der Gebrauchsspuren der 45-jährigen Nutzung - gepflegt und sauber herausgeputzt.

Sicher: Es gibt einiges zu tun. Und diese Defizite summieren sich zu einen Riesenpacken. Die Haustechnik ist veraltet, stammt noch aus den 70ern. In den "gefangenen Räumen" im Mittelbau gibt es Lüftungsanlagen, die nie in Betrieb gingen. Nach zwei Stunden ist im Sommer "in dieser Sauna" kaum noch Unterricht möglich. Sonnenschutz sucht man an den Gebäuden vergeblich und müsste für mehrere Millionen nachgerüstet werden. Die energetische Sanierung mit neuen Fenstern, die allein rund 9 Millionen Euro kostet, ist überfällig. Aber noch kein Muss. Ein Muss ist die Barrierefreiheit, also der Einbau einer Aufzuganlage sowie verbesserter Brandschutz.

Geradezu wohltuend bei der Ortsbegehung, zu der CSU-Fraktionschef Wolfgang Pausch einlädt: Sowohl die Leitung als auch Personalvertreter und Lehrer der beiden Realschulen stellen keine eigenen Forderungen. Sie sind mit den Gebäuden selbst hochzufrieden. Vor allem deshalb, weil sie in einer Großzügigkeit, die es bei einem deutlich kleineren Neubau nicht mehr geben würde, ermöglichen, die Profile der Schulen zu schärfen. Michael Meier, Chef der Hans-Scholl-Realschule, betont, dass die Mängel zu beheben seien. "Was tiefer liegt, kann ich nicht beurteilen. Ich bin kein Baumensch." Dann überlässt er die Führung seiner Kollegin Susanne Genser. Die Direktorin der Sophie-Scholl-Realschule verweist auf die pädagogischen Raumkonzepte, die beide Schulen erarbeitet hätten, die aber bisher nicht diskutiert wurden. Und sie unterstreicht die Vorteile der großen Gebäude, in denen es schon derzeit keine ungenutzten Räume gebe. Bei einem Neubau würden 4500 Quadratmeter abgezwackt. (Angemerkt und Seite 25 )

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