Dachstuhlmodell von St. Sebastian ausgestellt
Filigrane Arbeit mit 5600 Holznägeln

Die Bürgermeister Jens Meyer und Lothar Höher (Dritter und Vierter von links) sind vom filigranen und originalgetreuen Nachbau des Dachstuhls der Sebastianskirche beeindruckt. Bild: rdo

Mit viel Herzblut hat Josef Hauer ein Modell des Dachstuhls der Sebastianskirche nachgebaut. Das kann nun besichtigt werden. Bei der Ausstellungseröffnung wird auch die Renovierung des echten Dachstuhls angesprochen. Die gelingt nur wegen des Engagements vieler Menschen. Das beeindruckt sogar den Bischof.

Bürgermeister Jens Meyer freute sich am Montagabend, dass nach zahlreichen Projekten der ehemalige Zimmermeister Josef Hauer aus Parkstein den Pfettendachstuhl der "Handwerkerkirche" aus Fichtenholz originalgetreu und mit 5600 Holznägeln aus Eschenholz nachbaute. Maßstabsgetreu nach den Originalplänen des Statikers entstand so ein einzigartiges Zeitdokument von der Sanierung der ältesten katholischen Kirche der Stadt. Bei der Ausstellungeröffnung im ersten Stock des Neuen Rathauses begrüßte Meyer zahlreiche Gäste, darunter Bürgermeisterkollege Lothar Höher, Mitglieder des Fördervereins St. Sebastian und Pfarrer Josef Matys von der Pfarrei St. Josef.

Die Dachstuhlrenovierung war dringend nötig geworden, nachdem man Risse entdeckte, die durch Veränderungen der alten Dachkonstruktion entstanden waren. Die Bischöfliche Finanzkammer, der Bezirk Oberpfalz, die Bayerische Landesstiftung, das Landesamt für Denkmalpflege, zahlreiche Spendenaktionen des Fördervereins St. Sebastian und ein Benefizkonzert sowie viele private Initiativen und Gönner haben sich für das Projekt engagiert. "Allen, die sich dafür eingesetzt haben, gebührt unser Dank und unsere Anerkennung", sagte Meyer.

175 000 Euro Spenden

Schatzmeister Georg Spies vom Förderverein verzeichnete 162 Mitglieder und ein Spendenaufkommen von 175 000 Euro. Er dankte im Namen seiner Vorsitzenden für die Bereitstellung der Eigenmittel von mehr als 25 Prozent der 700 000 Euro benötigten Kosten. Er bat um weitere Spenden, da im Anschluss die Innensanierung angedacht sei. Zeitverzögerungen bei der Ausführung gab es wegen vielbeschäftigter Baufirmen.

Als Mitglied der Kirchenverwaltung erinnerte Werner Wilzek an die ersten Schadenserhebungen 2011 am Dachboden. Zur Sicherung des Bauwerkes zog im Juli 2014 eine Zimmerei Spanngurte ein. Mit der Fördervereinsgründung aus Mitgliedern der Kirchenverwaltung, Handwerksangehörigen und Freunden des Kirchleins gelang es, die finanziellen Lücken zu schließen. Die nächsten Benefizkonzerte sind am 2. November in der Max-Reger-Halle mit dem Witt-Chor sowie dem Hofer Symphonieorchester und am 14. September ein adventliches Konzert in St. Sebastian.

Architekt Walter Bauer berichtete vom Start der Fundamentsanierung im Oktober. Damit über den Winter die Gerüste nicht hindern, werde im Frühjahr das Dach saniert und ein Notdach errichtet. Später eingebaute Rundbögen und die Herausnahme von Sparren verursachten Spannungen im Gebälk. Der Dachstuhl werde ertüchtigt, eine Stahlkonstruktion nimmt die Zugkräfte auf.

Per Leserbrief zum Bischof

Pfarrer Egid Mühlbauer freute sich, dass durch einen Leserbrief im "Neuen Tag" seiner ehemaligen Schülerin Ingrid Hagn aus München auch Bischof Rudolf Voderholzer aufmerksam wurde. Dieser schrieb, dass das Engagement für den Erhalt der Kirche seine höchste Anerkennung verdiene. Die von den Unterstützern langersehnte Freigabe der Renovierung durch die bischöfliche Finanzkammer erfolgte Anfang Juni.

Alle Reaktionen zeigen, wie froh die Weidener und auch ehemalige Max-Reger-Städter darüber sind, dass ihnen St. Sebastian weiterhin erhalten bleibe. "Das Sanierungsprojekt ist ein Projekt aller Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt. Deshalb bin ich mir sicher", sagte Bürgermeister Jens Meyer, "dass die Ausstellung des Modells viele Besucher in das Neue Rathaus führen wird". Das detailgetreu und mit viel Herzblut gestaltete Dachstuhlmodell von St. Sebastian kann man bis 28. September im ersten Obergeschoss vor dem großen Sitzungssaal im Neuen Rathaus besichtigen.
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