15.12.2016 - 02:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Das schenken Weidener ihren Haustieren zu Weihnachten: Kratzbaum unterm Christbaum

Sie gehören doch zur Familie. Also bekommen auch viele Haustiere etwas zu Weihnachten geschenkt. Die Auswahl reicht von sinnvoll bis kurios.

Hier sind Hunde König: In den Fachmärkten kaufen die Kunden zurzeit viele Weihnachtsgeschenke für Tiere. Balu zum Beispiel, der Hund von Stefanie und Sandro Neuber und der beste Freund von Sohn Leon, bekommt ein Stofftier und Knochen. Aber bitte noch nicht verraten ... Bild: Schönberger
von Franz Kurz Kontakt Profil

Im Zweifel einfach klassisch. Da ist der Hund ganz Mensch. "Schwarz geht natürlich immer", erklärt Ivan Capraro, Leiter der Weidener "Fressnapf"-Filiale. Aber selbstverständlich gebe es auch Trends bei Hundejacken. Letztes Jahr waren es Neonfarben. Heuer trägt der Hund, dessen Herrchen was auf ihn hält, bevorzugt Rot- und Grautöne. Gut verarbeitet, versteht sich.

Mode wandelt sich eben auch bei der Bekleidung für den Vierbeiner. So wie Haustiere auch ganz allgemein in den Genuss menschlicher Eigenheiten kommen. Weihnachtsgeschenke für sie sind zum Beispiel schon lange keine Seltenheit mehr. In Capraros Laden etwa ist derzeit spürbar mehr los. Haute Couture für Hasso ist ein beliebtes Präsent, aber das ist längst nicht alles. "Egal ob Hund, Katze, Maus - unsere Kunden sind begeisterte Verschenker."

Türchen fürs Tier

Ähnliche Erfahrungen hat Astrid Eichholz von "Dehner" gemacht. Einen großen Umsatzschub gebe es im Vorweihnachtsgeschäft zwar nicht. Aber sie kenne Erhebungen, wonach 70 Prozent der deutschen Haustiere eine Gabe unterm Tannenbaum erwartet. Da darf sich der bescherte Hund schon mal über ein Santa-Clause-Halsband freuen. Wobei, so Eichholz, vor allem nützliche Dinge gefragt seien. Decken beispielsweise. Oder Spielzeug. Und dann seien da natürlich noch hochwertige Leckereien. "Statt Schweineohr mal ein Stück Büffel." Oder Gans aus der Dose, ganz gleichberechtigt, wo doch auch aufs Herrchen der Braten aus dem Ofen wartet.

Die kulinarische Wegbereitung bis dahin läuft für beide Parteien ebenfalls stilecht. Der Mensch öffnet seinen Adventkalender und danach Türchen fürs Tier: Kalender mit Leckerlis für Hunde, Katzen oder Nager waren im "Fressnapf" heuer "in zehn Tagen ausverkauft", berichtet Capraro. "Und wir hatten richtig große Lieferungen." Ebenfalls kein Glück mehr hat der Hamster-Halter, der seinem Liebling zur Einstimmung aufs Fest noch eine nagergerechte Tanne in den Käfig pflanzen will. Die Miniaturbäume aus gepresster Körnermischung sind vergriffen. Da bleibt dann nur: selber backen. Rezepte für Plätzchen, die dem Haustier munden, gab's im Laden ebenso.

Andere wiederum wollen es nicht bei einem Happen belassen. Manche Kunden spendieren ihrer Katze gleich eine komplett neue Einrichtung, vom Klo bis zum Kratzbaum, berichtet Capraro. Und selbst wenn es nicht ganz so opulente Geschenke sein sollen - unterm Strich achteten alle auf Qualität, gerade vor Weihnachten. Es ist eben eine Art, seine Liebe zum Fest zeigen. Eine, die übrigens nicht beim eigenen Vierbeiner aufhört. Im "Fressnapf" wie im "Dehner" sammeln sie bei den Kunden vor Weihnachten für Tierschutzvereine - und das mit gehörigem Ertrag.

Was dagegen nicht vor Weihnachten boomt, sind Tiere als Geschenk, sagt Rainer Stilp vom gleichnamigen Zoohaus am Hammerweg. Auch Eichholz von "Dehner" wüsste nichts von einer größeren Steigerung der Verkaufszahlen. Überhaupt, betonen die Händler, sei in der Vorweihnachtszeit die Beratung besonders intensiv. Mitunter werde der Verkauf auch verweigert.

Das wiederum wird Mariele Junak gern hören. Die Vorsitzende des Tierschutzvereins rät davon ab, ein Tier zu verschenken, nur um einem Kind eine Freude zu machen. Stattdessen sollten die Entscheidung für ein Haustier "immer die Eltern fällen". Sie müssten wissen, ob der neue Begleiter auch in ein paar Jahren noch zur Familie passt, wenn das Kind in der Pubertät womöglich ganz andere Interessen hat. Hinzu komme: Ein Haustier brauche eine ruhige Eingewöhnungszeit. Die Tage nach Weihnachten bedeuteten aber für viele das Gegenteil.

Patenschaft als Alternative

Wer jetzt ins Zweifeln kommt, für den hat Junak eine Alternative: Man könne doch Patenschaften für Bewohner des Tierheims verschenken, die sich nicht vermitteln lassen. Ein paar Vorteile hätte das in der Tat. Der Pate tut nicht nur Gutes. Diese Tiere werden sich auch so sehr darüber freuen, dass sie nächstes Weihnachten kein extravagantes Geschenk wie Hundejacken in den Farben der Saison erwarten. Klassisches Schwarz würde es ganz bestimmt auch tun.

 

 

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