27.06.2017 - 13:52 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Das Technische Hilfswerk übt an einem Abbruchhaus in Neustadt den Ernstfall Ab durch die Wand

Hauseinsturz, Gasexplosion, Erdbeben oder der Anprall eines großen Fahrzeuges - es gibt viele Ursachen, warum Menschen verschüttet oder eingeschlossen werden können. In einem Abbruchhaus in Neustadt übt das Technische Hilfswerk Weiden am Samstag die Ortung und Rettung.

Das THW übt an einem Abbruchhaus den Ernstfall. Die "verletzte Person" (eine Übungspuppe) wird per Schleifkorbtrage gerettet. Bild: exb
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Weiden/Neustadt/WN. Unter Leitung von Zugführer Heiko Engelbrecht und Gruppenführer Falco Bauer war der Technische Zug mit zahlreichen Fahrzeugen und Geräten in Neustadt angerückt. Bevor die ersten Schritte unternommen werden konnten, beurteilte der Baufachberater Thomas Riedl die Lage vor Ort. Der Bauingenieur, der sich ebenfalls ehrenamtlich im THW engagiert, setzte dafür unter anderem ein sogenanntes "Riss-Monitoring" ein. Dabei werden Beschädigungen am Gebäude eingemessen und während der Rettungsmaßnahmen überwacht. Sollte sich beispielsweise ein Mauerschaden ausweiten, kann die Einsatzstelle umgehend geräumt werden.

Nach Beurteilung der Lage wurde eine Deckenabstützung mittels Windenstützten und dem Einsatzgerüstsystem vorgenommen. Während dieser Maßnahmen wurden Klopfgeräusche aus dem Kellergeschoss wahrgenommen - eine Person war eingeschlossen. Mit dem mobilen Drucklufterzeuger des THW wurde sogleich ein Presslufthammer in Betrieb genommen, um einen Zugang zu schaffen und den Granitsockel zu entfernen. Dann machte sich ein Helfer mit Absturzsicherung durch das enge Loch, um zur vermissten Person - einer Übungspuppe - zu gelangen. Diese konnte anschließend mit einer Schleifkorbtrage an die Oberfläche gerettet werden.

Eine weitere vermisste Person musste mittels einer Rettungsöffnung, also einem Wanddurchbruch, aus dem anderen Raum befreit werden. Im Laufe der Übung wurde auch noch eine dritte Person aufgespürt, welche nur durch einen Deckendurchbruch abgeseilt werden konnte - diese Öffnung musste wegen des vorgefundenen Holzbodens durch Einsatz einer Motorsäge geschaffen werden. Auch in diesem Fall war es besonders wichtig, vorher die richtige Stelle ausfindig zu machen. Zum Abschluss der Ausbildung wurden die Rettungsöffnungen wieder fachgerecht verschlossen.

Die Übungsleitung wurde durch den Zugtrupp wahrgenommen, der die einzelnen Rettungs- und Bergungsmaßnahmen dokumentierte und die Kommunikation sicherstellte. Das THW übte mit 15 Teilnehmern das spezielle Szenario, das dank der Unterstützung der Stadt Neustadt/WN durchgeführt werden konnte.

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