17.11.2017 - 20:12 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Das Tierheim Weiden soll trotz Beschwerden der Anwohner in der Schustermooslohe bleiben Kein neuer Platz fürs Tierheim

Eingepfercht wie im Käfig stehen die Gäste im kleinen Eingangsbereich des Tierheims Weiden. Doch trotz der Platznot spricht der Baudezernent Klartext: Einen Neubau an anderer Stelle wird es für das Tierheim nicht geben. Aber vielleicht ein zusätzliches Grundstück.

Wenn das Tierheim am jetzigen Standort bleiben soll, braucht es weitere Flächen. Das zeigt Mariele Junak vom Tierschutzverein (vorne, Zweite von links) den CSU-Vertretern um Wolfgang Pausch (Mitte). Bilder: Trott (2)
von Redaktion OnetzProfil

"Der Standort bleibt", sagt Oliver Seidel. In Weiden gebe es keinen anderen Platz für das Tierheim. Die Nutzung in der Schustermooslohe sei etabliert. "Die Bebauung durch die Anwohner kam nach dem Tierheim, die Einrichtung kann hier also keiner vertreiben", erklärt der Baudezernent der Stadt. Er ist am Donnerstagnachmittag mit der Leiterin des städtischen Veterinäramts Dr. Barbara Bäumler und der CSU zu Gast beim Tierschutzverein.

Im Bebauungsplan sei die Nutzung als Tierheim festgeschrieben. Dies gelte auch im Fall des Neubaus. Seidl betont, die Stadt und der Landkreis brauchen das Tierheim und werden es auch planerisch unterstützen. "Da parallel zur Baumaßnahme der Tierheimbetrieb weiter laufen muss, wird dies eine planerische Herausforderung. Auch auf die Kosten wird das einen negativen Einfluss haben", sagt Seidel und stellt in Aussicht: "Falls es der Bedarf nötig macht, ist eine Anmietung zusätzlicher Flächen um das Grundstück denkbar."

Situation ist nicht tragbar

Die Leiterin des städtischen Veterinäramtes, Dr. Barbara Bäumler, plädiert dennoch für einen neuen Standort für das Tierheim: "Beim letzten Besuch vom Landrat Andreas Meier wurde über finanzielle Unterstützung vonseiten des Landkreises Neustad/WN gesprochen. Wenn genug Mittel bereitgestellt werden, habe ich noch Hoffnung." Sei doch schlichtweg am jetzigen Standort zu wenig Platz, wenn kein Nachbargrundstück genutzt werden kann.

Die aktuelle Situation im Tierheim hat für die Amtstierärztin mittlerweile einen Punkt erreicht, den sie nicht mehr tolerieren könne. Nicht nur die Tiere, sondern auch das Personal sei gefährdet. "Arbeitsschutzrechtlich ist das nicht mehr tragbar und nicht zeitgemäß. Überall sind Stolperfallen und unbeleuchtete Ecken, das Gebäude wirkt eher wie ein Gefängnis." Es sei nicht einmal eine Personaltoilette vorhanden. Für Mensch und Tier gleich gefährlich seien die fehlenden Wasch- und Desinfektionsräume. Da sei verständlich, dass in letzter Zeit häufiger Tiere an der Katzenseuche verendet seien.

Bei als gefährlich eingestuften Hunden sei die Lage seit einem halben Jahr schon unzufriedenstellend. Diese Tiere würden in einem 200 Kilometer entfernten Hundezentrum untergebracht. Hierfür würden 35 Euro pro Tag und Tier anfallen. "Die Stadt ist zuständig", erklärt die Amtstierärztin weiter. "Falls der Standort wirklich bleibt, ist aus meiner Sicht während der Bauphase kein geregelter Tierheimbetrieb möglich. Andere Tierheime müssen dann unter die Arme greifen und Tiere übernehmen." Das koste.

"Die Stadt und auch der Landkreis brauchen das Heim. Hier wird gute Arbeit geleistet", sagt CSU-Fraktionschef Wolfgang Pausch. Die Stadt habe schon erlebt, wie teuer es wird, wenn das Tierheim mal nicht helfen kann. "Das Tierheim kämpft seit vielen Jahren und wünscht sich eine Erweiterung des Gebäudes. Auch ein Neubau war im Gespräch." Trotzdem sagt Pausch: "Aber hier ist ein etablierter Platz, von dem euch keiner vertreiben kann." Auch für Pausch wäre die Anmietung von Grundstücken neben dem Tierheim denkbar.

Verein fordert Klarheit

Die Vorsitzende des Tierschutzvereines Mariele Junak sieht das anders. Weil Fachleute eine Sanierung als Fass ohne Boden beschrieben, wäre der Gedanke für einen Neubau gereift. Der komme auch aktuell noch günstiger als eine Sanierung. "Man muss sich auch mal vorstellen, welche Belastung die Bauarbeiten für Personal und Tiere mit sich bringen." Zudem habe die letzte Anwohnerbesprechung gezeigt, "die Leute waren aufgebracht und man hatte schon fast Angst, die lynchen uns. Auch die besten Argumente halfen nicht."

Deshalb plädiert Junak weiter für einen Umzug. Beispielsweise nach Latsch. Die Stadt habe zwar erklärt, dass dieses Grundstück nicht in Frage kommt. Doch eine Begründung fehlt ihr: "Eine solche fordern wir. Denn für uns ist dieser Standort optimal für alle Parteien."

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.