01.01.2018 - 19:46 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Das Wort vom Kreuz hören Gottesdienste im Zeichen des Jahreswechsels

Rückblick und Vorausschau waren die bestimmenden Themen der Jahresabschlussgottesdienste in St. Josef und St. Michael. "Unser Vorsatz für das neue Jahr sollte sein, dass wir das Wort vom Kreuz hören, denn es ist ein sicheres Zeichen dafür, dass Gott unsere Wege führt", sagte Dekan Wenrich Slenczka. Das "Wort vom Kreuz" sei besser als alle Prognosen und aller Aberglaube. Diese entstünden oftmals aus Unsicherheit und Angst.

Gottvertrauen im Neuen Jahr empfahl Dekan Dr. Wenrich Slenczka in seiner Predigt
von Siegfried BühnerProfil

Am Beispiel des alttestamentarischen Auszugs der Israeliten nach Ägypten erläuterte der Dekan seine Empfehlung. Ähnlich wie Gott den Israeliten den Weg gezeigt habe, könne er auch uns Menschen im neuen Jahr führen. Die Israeliten seien sogar durch die Wüste geführt worden, einen "Ort der Versuchung" mit der Möglichkeit zur Umkehr.

Zurückblickend auf das Jahr 2017 stellte Slenczka fest, dass das Jubiläumsjahr der Reformation "Großes" im Leben der Kirche gebracht habe. "Am 31. Oktober waren die Kirchen voll wie am Heiligen Abend". Getragen vom Gedanken des Jahreswechsels waren auch Epistel und Evangelium. Dort hieß es, man solle "das alte Jahr in Gottes Hand zurücklegen" und "frei werden für den Anfang".

Freunde sind ein Geschenk

Den Jahresabschlussgottesdienst in der katholischen Kirche St. Josef zelebrierte Pfarrer Markus Schmid. Da in diesem Jahr in der katholischen Liturgie das Fest der Heiligen Familie auf den Silvestertag fiel, verband der Pfarrer in seiner Predigt beide Ereignisse. Er erinnerte daran, dass die meisten Menschen Weihnachten mit der Familie verbringen würden, den Jahresabschluss aber eher mit den Freunden. "Auch Jesus kannte beides, Blutsverwandte und Freunde". Das Fest der Heiligen Familie an Silvester solle Anlass sein, Dank zu sagen für Familie und Freunde. Allerdings seien "Freunde oft ein Geschenk" aber "Verwandtschaft keine Garantie für Sympathie und Weggemeinschaft". Auch bei Jesus sei in der Familie nicht immer alles harmonisch gewesen.

Trotzdem stelle der Pfarrer zusammenfassend fest: "Familie und Freunde können ein Segen sein für unser Leben". Beides könne man nicht kaufen. Als Vorsatz für das neue Jahr empfahl Schmid "den Menschen, die wir haben, zu sagen, wie dankbar wir ihnen dafür sind, dass wir sie haben". So könne man auch selbst zum Segen für Freunde und Familie werden.

49 Austritte in St. Josef

Auch viele Zahlen aus der Kirchenstatistik des Jahres 2017 von St. Josef wurden beim Jahresabschlussgottesdienst genannt. Unter anderem seien 46 Kinder getauft worden, 87 Menschen seien gestorben und 49 aus der Kirche ausgetreten.

Gedankt wurde den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern. In beiden Abschlussgottesdiensten kam festliche Musik zur Aufführung: In St. Michael spielte, zusätzlich zur Orgelbegleitung von Kirchenmusikdirektor Hans Friedrich Kaiser, der Posaunenchor unter Leitung von Günter Weigl Choräle sowie das Präludium aus dem Te Deum von Marc Antoine Charpentier. In St. Josef sang der Kirchenchor unter Leitung von Piotr Pajak die Missa Breve C-Dur von Charles Gounod.

Mit Geduld mussten die Gottesdienstbesucher in St Josef allerdings rund zwei Minuten Knallkörper-Explosionen im nahe liegenden Außenbereich überstehen. Sie sollten offensichtlich das liturgische Geschehen in der Kirche stören.

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