12.12.2017 - 20:22 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Diesel in der Schweinenaab Auf der Suche nach Öl

Als Friedrich Hermann am Montagmorgen seine Hühner füttern will, steigt ihm Ölgeruch in die Nase. Auf der Schweinenaab gleich neben seinem Schrebergarten entdeckt er einen blauschimmernden Film und alarmiert sofort die Feuerwehr. Woher kommt das Öl? Die Suche beginnt.

Diesel fließt am Montag ungehindert in die Schweinenaab. Die Feuerwehr versucht mit Ölsorbentschläuchen Schlimmeres zu verhindern. Woher das Öl genau stammt, weiß niemand. Bekannt ist nur, dass es durch einen Kanal in der Oskar-von-Miller-Straße in den Bach läuft. Bild: Trott
von Michaela Lowak Kontakt Profil

"Das hat gerochen wie Heizöl", berichtet Hermann. Stadtbrandrat Richard Schieder kann dies bestätigt: "Entweder Heizöl oder Diesel, etwas anderes kann es nicht sein." Die Feuerwehr, die am Montag sofort anrückt, errichtet zunächst eine Ölsperre im Bach auf Höhe des Kinderspielplatzes in der Merkelmooslohe. Ein sogenannter Ölsorbentschlauch, der einer orangen Schaumstoffschlange gleicht, kann das Öl aufsaugen. Zwei weitere Sperren bachaufwärts folgen, eine davon in der Nähe des Containerstellplatzes am Merkelsteig, die andere beim städtischen Kinderhaus "Tohuwabohu" in der Oskar-von-Miller-Straße.

Die erste Vermutung von Stadtbrandrat Schieder erweist sich als richtig: "Das Öl läuft irgendwo aus." Denn als die Feuerwehr die Schläuche von Montag nach 24 Stunden gegen neue austauscht, scheint immer noch Öl im Wasser zu sein. "Zum Glück riecht es nicht mehr ganz so schlimm wie gestern", erzählt eine Frau, die mit ihrem Hund in der Merklmooslohe Gassi geht. "Die ganze Gegend hat gestunken." Auch andere Anwohner machen sich Sorgen und fragen bei den Feuerwehrmännern nach. Doch woher das Öl genau kommt, können auch sie nicht sagen. Lediglich die Stelle, an der die Flüssigkeit in die Schweinenaab fließt, kann ausfindig gemacht werden. "Das Öl gelangt durch einen Kanal in der Oskar-von-Miller-Straße in den Bach", informiert der Stadtbrandrat. An diesen Niederschlagswasserkanal sind Grundstücke des Gewerbegebietes Pfreimter Weiher, der Oskar-von-Miller-Straße und der Parksteiner Straße angeschlossen.

Mitarbeiter des Umweltamtes machen sich mit Hochdruck auf die Suche nach der rätselhaften Ölquelle. Wo genau der Ursprung liegt, kann offenbar nicht festgestellt werden. Laut einer Presseerklärung der Stadt "handelt es sich um Diesel, der wahrscheinlich aus einem Kraftfahrzeug stammt und über eine Hoffläche in den Kanal und letztendlich in die Schweinenaab gelangt ist". Maßnahmen, die ein weiteres Abschwemmen des Öls verhindern sollen, seien eingeleitet. "Es kann durchaus sein, dass mit der Schneeschmelze Diesel freigesetzt wurde, der im Schnee gebunden war", gibt das Umweltamt bekannt. Allerdings könne der Zeitpunkt des Auslaufens nur wenige Tage zurückliegen.

Grundsätzlich sind Diesel oder Heizöl giftig für Wasserorganismen. Da trotz des Geruchs offenbar nur eine relativ geringe Menge Öl in die Schweinenaab gelangt ist und derzeit keine Niedrigwasserstände vorliegen, geht die Stadt momentan davon aus, dass die Gewässerfauna keinen Schaden genommen hat. Angemerkt

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