16.03.2018 - 20:10 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Dietz: "Ohne Vertrag können wir nicht planen." Keramik-Museum drängt auf Entscheidung

Wie geht es 2019 weiter? Nach der Kündigung des Vertrages mit dem Keramik-Museum, sinkenden Besucherzahlen (in 2017: 4089) und einem Defizit im Nacken, blickt Stefanie Dietz ungewissen Zeiten entgegen. "Wir sind am Ende. Ich kann über 2018 hinaus nichts planen und wir finden für Veranstaltungen keine Partner, weil nicht klar ist, wie es weitergeht", machte die Museumschefin bei einem gemeinsamen Gespräch mit Sabine Guhl, Leiterin der Regionalbibliothek, und Vertretern des SPD-Ortsvereins Stadtmitte deutlich. Dessen Mitglieder informierten sich über die laufenden Umstrukturierungen im Zusammenspiel mit der "Regi".

von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Seitdem fanden viele Gespräche statt, um die beiden Einrichtungen langfristig eigenständig, aber unter einem gemeinsamen Dach eines möglichen "Kulturhauses Waldsassener Kasten" zu führen. "Die Regionalbibliothek spart mittlerweile jährlich über 200 000 Euro ein. Die Summe, die das Museum an Defizit hat", sagte Guhl. "Mehr geht nicht." Ideen für künftige Veranstaltungen gebe es viele, doch müssten diese angestoßen und vor allem auch vermarktet werden. "Zusammenlegen ist das eine, aber drumrum braucht es eine große Schleife", so Guhl. "Es muss eine Entscheidung her", so Dietz.

Gemeinsam sei man im Februar in München gewesen. Die Direktorin der Neuen Sammlung, Angelika Nollert, habe es nicht verstanden, dass der Vertrag gekündigt worden sei. "München wartet ab und wird mit Weiden keinen Präzedenzfall schaffen", so Guhl. Gemeinsam mit Dietz sondiere sie gerade Musterverträge. In der Zwischenzeit habe man sich Gedanken gemacht, das Museum zu beleben. Die Leiterinnen wollen die vieldiskutierten Öffnungszeiten wieder ändern.

"Viele Besucher stehen mittags vor verschlossenen Türen." Die nächsten Monate wolle man testen, wie eine Öffnung von 11 bis 17 Uhr (auch feiertags) ankommt - vorausgesetzt die Stadt stimmt zu. Die damit verbundenen höheren Personalkosten, müsse man in Kauf nehmen. Auch sollen große Aufsteller Museumsbesucher auf den Eingang über die Regionalbibliothek hinweisen. "Die aktuelle Eingangssituation ist absolut unbefriedigend." Die Mitglieder des SPD-Ortsvereins sagten dem Museum Unterstützung zu. Guhl und Dietz sollten ihre Ideen unbedingt in der Stadtratssitzung im April präsentieren. Ortsvorsitzende Sema Tasali-Stoll will dazu einen Antrag stellen.

Nur ein Sachgebiet

Die organisatorische Zusammenlegung von Keramikmuseum und Regionalbibliothek ist mittlerweile erfolgt. Beide Einrichtungen sind im Kulturamt als eigenständige Sachgebiete angesiedelt, was Sabine Guhl traurig stimmt. "Die Regionalbibliothek ist zum Sachgebiet geworden. Vor zehn Jahren waren wir noch direkt dem Oberbürgermeister unterstellt. Wir waren mal eine eigene Abteilung." (shl)

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