11.10.2017 - 11:40 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Domchor Eichstätt und Domkapellmeister Christian Heiss begeistern in Waldsassener Basilika Mit ausgefeilter Dynamik durch die Jahrhunderte

Waldsassen. Der Domchor Eichstätt beginnt das Konzert in der Basilika mit einem Einzug zu dem der Psalm 150 von John Harper gesungen wird. An der Orgel sitzt Bastian Fuchs, der die Sänger begleitet. Unter der souveränen Leitung von Domkapellmeister Christian Heiss erwartet die Zuhörer ein Konzert mit Chorgesang vom Allerfeinsten.

Der Eichstätter Domchor zeigte in der Waldsassener Basilika sein Können. Bild: Zeigler
von Redaktion OnetzProfil

Der Chor schreitet dabei selbstsicher mit Präzision, hervorragender Artikulation und ausgefeilter Dynamik durch die Jahrhunderte. Nun gut, der allererste Einsatz vor dem Altarraum bei dem "Laudate Dominum" von Giovanni da Palestrina kam etwas unsicher, aber das war der einzige Wackler des gesamten Konzertes. Ein wunderbarer Tenor glänzt im "Sicut cervus". Auch das sechsstimmige "Schaffe mir, Gott, ein reines Herz" von Andreas Hammerschmidt wird mit makelloser Intonation gesungen. Wer Rudolf Mauersberger nicht kennt und im Programm die Lebensdaten 1611 bis 1645 liest, wird sich nach den ersten Takten von "Wie liegt die Stadt so wüst" gefragt haben, wie es die moderne Harmonik ins 17. Jahrhundert geschafft hat. Doch es handelt sich um einen Irrtum, denn Mauersberger hat 1889 bis 1971 gelebt. Der Kreuzkantor Dresdens musste 1945 die Zerstörung der Stadt mit ansehen. Daraufhin verfasste er die bewegende Trauer-Motette, in der der Domchor den Schmerz und die Verzweiflung der Bevölkerung eindringlich zum Ausdruck bringt. Romantik ist mit drei Gesängen aus der deutschen Liturgie von Felix Mendelssohn-Bartoldy vertreten und wird mit der gebührenden Grazie vorgetragen. Ein besonderer Hörgenuss ist "Fides nostra victoria", das der Chorleiter Christian Heiss zur Weihe des neuen Bischofs von Eichstätt im Jahr 2006 verfasste. Mitreißende, schwungvolle Rhythmik ist dazu geeignet, die Füße im Takt mitwippen zu lassen, wären da nicht die bemerkenswerten Taktwechsel, die das Ganze hochinteressant machen.

In den Chor-Pausen präsentiert Bastian Fuchs sein Können auf der Orgel mit dem Scherzo in g-Moll op. 49/2 von Marco Enrico Bossi und "Ave Maria" op. 106/2 von Siegfried Karg-Elert. Fuchs schwelgt in den vielfältigen Klangmöglichkeiten der Jann-Orgel. Es erklingen Glocken, Fanfaren und Holzbläser. Mit Dynamik werden klangliche Steigerungen und Reduzierungen realisiert. Der Schlussbeifall, für den sich der Chor mit einer Zugabe bedankt, ist lang und begeistert.

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