12.11.2017 - 20:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Dr. Michael Angerer erklärt alles rund um den Schwindel: Das Ohr ist meist der Übeltäter

Schwindel kann viele Ursachen haben. Das Ohr spielt dabei eine wichtige Rolle, weiß Chefarzt Dr. Michael Angerer.

Dr. Michael Angerer erklärt, was Schwindelgefühl und Ohren miteinander zu tun haben. Bild: sbü
von Siegfried BühnerProfil

"Schwindel kann ein Schlaganfallssymptom sein, vor allem wenn er von Lähmungen, Sprachproblemen und Kopfschmerzen begleitet wird." Wichtige Infos brachte der Chefarzt der neurologischen Klinik in Weiden zur Selbsthilfegruppe Schlaganfallbetroffener mit. Doch er hatte auch beruhigende Nachrichten: "Die häufigsten Schwindelanfälle gehen vom Ohr aus." Sie könnten zwar sehr hartnäckig sein, aber es gebe gute Behandlungsmöglichkeiten. Vorrangig zähle der sogenannte Lagerungsschwindel dazu. "Man geht gesund ins Bett, dreht kurz den Kopf und die ganze Umgebung fängt an, sich zu drehen", erklärte Angerer eine typische Ausgangssituationen. Ursachen dafür seien Kalzitsteinchen im Innenohr. Eine weitere Form des Schwindels sei der "Drehschwindel", auch Menière-Krankheit genannt. Im Ohr komme es dabei zum Einreißen feiner Membrane und zur Verlagerung von Flüssigkeiten. Attackenartig trete diese Erscheinung auf. Sie könne medikamentös behandelt werden.

Als dritte Form eines Schwindelanfalls erläuterte Angerer die sogenannte Neuronitis vestibularis, die mit einer Störung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr zusammenhänge. Oftmals lägen "virale Ursachen" dafür vor. Während es für alle einleitend genannten Formen dieser Krankheit gute Behandlungsmöglichkeiten gebe, sei die Situation bei anderen Ursachen von Schwindelanfällen schwieriger.

Neben einem Schlaganfall könne Schwindel auch die Folge einer Parkinson-Erkrankung, von Herz-Rhythmus-Störungen oder auch Augenkrankheiten sein. "Es gibt viele Ursachen von Schwindel, deswegen kann kein Medikament alleine den Schwindel beseitigen." Gangsicherheits- und Gleichgewichtstraining, eventuell auch eine Kortisontherapie kämen ergänzend zu der Behandlung der den Schwindel auslösenden Krankheit in Betracht. Vereinsvorsitzende Christine Kaiser dankte dem Referenten.

 

 

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