24.05.2017 - 20:16 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Echte Herzensangelegenheit Botschafter für Organspende

Bevor der Hackl Schorsch den Startschuss für den Nofi-Lauf abfeuert, ist noch ein besonderer Termin zu absolvieren. In der Klinik-Cafeteria wirbt er für Organspenden.

Immer gut drauf, aber vor dem Startschuss zum Nofi-Lauf ging es für Georg Hackl (links) sowie die Parolympioniken Franziska Liebhardt und Gerd Schönfelder um ein sehr ernstes Thema. Bild: sbü
von Siegfried BühnerProfil

Hackl gilt gemeinhin als humorbegabter Spitzensportler, der bei diesem Thema aber auch seine ernste Seite zeigte. Mit dem dreimaligen Rennrodel-Olympiasieger und mehrfachen Weltmeister waren auch die Paralympics-Siegerin im Kugelstoßen und Weitsprung Franziska Liebhardt sowie Rekord-Paralympiasieger Gerd Schönfelder in die Rolle der Organspenden-Botschafter geschlüpft. Alle drei erzählten von Ereignissen aus ihren Leben. Hackl tat dies am ausführlichsten und stellte in reinstem Oberbayerisch zunächst sinngemäß fest: "Wenn ich gestorben bin, ist alles endgültig zu Ende, aber ich kann noch einem anderen Menschen das Weiterleben ermöglichen." Den Skeptikern, die sich auf den vergangenen Organspendenskandal berufen, entgegnete der Champion, dass heute doch alles sehr akribisch geprüft werde.

Hackl macht sich darüber hinaus für Organspenden für Kinder stark. "Im Laufe meines Lebens habe ich erkannt, dass man mit einem bekannten Namen vieles positiv bewegen kann", bekannte er. Einiges aus seinem sonstigen Alltag wollte dann Moderatorin Doris Melchner auch noch hören. "Der Rennrodelsport hat mich nach wie vor im Griff", bekannte Hackl. Er erzählte, dass er Trainer geworden sei und nach wie vor Freude am Tüfteln an Kufen und Schlitten habe. Ferner bringe er sich für die CSU im Kreistag des Berchtesgadener Landes ein. Zudem designe er Trachten und besitze ein eigenes Modelabel.

Olympiasiegerin Franziska Liebhardt zog die Zuhörer für die Organspende mit einer ganz besonderen Geschichte in ihren Bann. "2005 hatte ich eine unheilbare Immunsystemerkrankung. Ich war ein kompletter Pflegefall." Nach langem Warten auf eine passende Lunge und Niere habe sie im allerletzten Moment Spenderorgane erhalten. Nur deshalb habe sie Leistungssport bis zu den Paralympischen Spielen 2016 betreiben können. "Aber 40 Tabletten muss ich auch heute noch täglich nehmen und auf einen gesunden Lebensstil achten."

Gedanken übers Überleben machte sich auch Gerd Schönfelder, nachdem er mit 19 Jahren unter einen Zug geraten war. "Wir reden über das Thema Organspende auch in unserer Familie", stellte er fest. Auch er habe von Transplantationen, allerdings von eigenen Körperteilen, profitiert. (Weiterer Bericht folgt) .

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