Ehrenamtspreis der evangelischen Landeskirche
Schätze der Region erfahren

Aus den Händen von Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weihern (Zweite von links) sowie Synodalpräsidentin Dr. Annekathrin Preidel (Vierte von links) nahm eine Delegation aus den Dekanaten Weiden und Amberg-Sulzbach um den Rothenstädter Pfarrer Hans-Peter Pauckstadt-Künkler (rechts) in der Fürther Michaelskirche den Ehrenamtspreis der Landeskirche für den Simultankirchen-Radweg entgegen. Bild: ui

Ein ökumenisches Kunststückchen gelingt rund 100 engagierten Oberpfälzern. Mittlerweile ist der Simultankirchenradweg durch die evangelischen Dekanate Weiden und Amberg-Sulzbach sogar ein ausgezeichnetes Kunststück.

Fürth. Die adelnden Worte sagte die Nürnberger Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weihern bei der Verleihung des Ehrenamtspreises der Landeskirche in der Fürther Michaelskirche an den Förderverein Simultankirchen. Bemerkenswert nannte die Jury die Vernetzung von evangelischen, katholischen und kommunalen Projektpartnern. Das schaffe Synergien.

Einzigartiges Erbe

"Gerade in ländlichen Regionen ist der Tourismus ein wesentlicher Faktor im Sozialraum. Kirche erkennt und öffnet ihre Geschichte und ihre Gebäude als kulturellen Schatz für die Region", hob die Präsidentin der Landessynode, Annekathrin Preidel, heraus. Sie bezeichnete die Simultankirchen als ein bayernweit einzigartiges kulturelles Erbe, das über zehn Radtouren erfahren und erkundet werden könne. "Insbesondere das Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher, die dieses Projekt mitgestalten, ist preiswürdig."

Projektkoordinator Hans-Peter Pauckstadt-Künkler spricht von rund 100 Leuten, die sich dafür in Weiden und Amberg sowie in den Landkreisen Sulzbach-Rosenberg, Neustadt und Tirschenreuth engagieren. Das reiche von Kirchenführern bis hin zu denen, die die Gotteshäuser auf- und zusperren, berichtet der evangelische Pfarrer. "Dass wir den Preis holen, ist eine Überraschung und eine Auszeichnung für die vielen Ehrenamtlichen, die sich hier seit sechs Jahren engagieren."

Bisher gibt es die Routen samt Beschreibungen nur im Internet. "Wir würden gerne eine Beschilderung machen", sagte er zu weiteren Plänen. Das Preisgeld wolle man verwenden, um die Menschen zu schulen, die vor Ort für ihre Kirche stehen, damit das Projekt am Leben bleibt, kündigte Käthe Pühl an, die als Vertreterin des Dekanats Weiden mitgekommen war.

Dreirad der Religionen

Das Fahrrad sei ein super ökumenisches Symbol, meinte Dr. Markus Lommer. Es sei stabiler unterwegs als ein Einrad für nur eine Konfession. Noch lieber wäre ihm aber das Bild des Dreirads, bei dem das Judentum für zusätzliche Stabilität sorge und das man in der nördlichen Oberpfalz ebenfalls gut erfahren könne. Der Hochschulseelsorger und Stadtheimatpfleger aus Sulzbach-Rosenberg betreut von katholischer Seite aus den Simultankirchen-Radweg.

Preidel hatte in der Laudatio die Ehrenamtlichen als Wegweiser bezeichnet. "Sie sind die Motoren einer Kirche, die gegen alle Unkenrufe am Puls der Zeit und am Puls der Menschen sind, weil wir durch sie ausstrahlen in den sozialen Raum der Gesellschaft." Die Preisträger zeigten durch ihr Engagement die gesellschaftliche Leistungskraft einer oftmals müde geglaubten und zerredeten Kirche.





PreisträgerNeben dem Simultankirchen-Radweg hat die evangelische Landeskirche drei weitere Initiativen mit dem Ehrenamtspreis ausgezeichnet:




Helferkreis um das Asylbewerberheim in der Solgerstraße in Nürnberg-Gostenhof: Hier arbeitet eine Kirchengemeinde mit einer Bürgerinitiative zusammen. Ein Helferkreis unterstützt Asylbewerber mit einem Frauen-Café, versorgt sie mit Kleidung und Haushaltsartikeln, organisiert Spieleabende, Kinderbetreuung, Fahrradtouren, Begleitung bei Arzt- und Behördenbesuchen. Der Helferkreis steht exemplarisch für das enorme Engagement im Bereich der Flüchtlingshilfe. Durch das Engagement entstehen Vernetzungen zwischen Kirchengemeinden, diakonischen Einrichtungen, Initiativen im Stadtteil und Hilfsbedürftigen.





Der kleine Laden der Osterkirche in Nürnberg- Worzelsdorf: Er ist seit fast zehn Jahren eine ökumenische Begegnungsstätte, bietet Treffs für Männer, PC-Interessierte, alleinlebende Frauen, Spiele- oder Sprachenbegeisterte. Preiswürdig ist, dass hier Kirche zu den Menschen geht, die örtliche Diakonie und die ökumenische Ausrichtung einen zukunftsweisenden Aspekt aufzeigen.




Sonntagsküche der Dankeskirche in München-Milbertshofen: Bedürftige können jeden Sonntag ein Drei-Gänge-Mittagessen zum symbolischen Preis von einem Euro erhalten, das ein ehrenamtliches Team in der kleinen Gemeindehausküche zubereitet. Zentraler Aspekt ist eine feierliche, familiäre Atmosphäre. Bedürftigkeit wird in dem Projekt nicht nur auf finanzielle Maßstäbe reduziert, auch fehlende soziale Kontakte sind eine Form der Bedürftigkeit. Preiswürdig ist der Jury zudem die Grundidee der christlichen Tischgemeinschaft, die in vielen Kirchengemeinden umgesetzt wird.


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