25.10.2017 - 22:34 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Eigentümer müssen Rauchmelder anbringen Rauch kann tödlich sein

Feierabend - Gemütlichkeit - Kerzen angezündet und neben den Vorhang gestellt, vor dem Fernseher eingeschlafen. Plötzlich ohrenbetäubender Lärm: Das Licht hat den Vorhang entzündet, überall Rauch. Der Feuermelder ist angesprungen und hat vielleicht ein Leben gerettet.

von Dominik Konrad Kontakt Profil

Amberg/Weiden. Rund 17 000 Brandeinsätze hatte die bayerische Feuerwehr im vergangenen Jahr. 2300 Bürger musste sie laut Angabe des Bayerischen Innenministeriums vor den Flammen retten, doch für 58 Personen kam jede Hilfe zu spät.

95 Prozent der Todesopfer von Bränden werden laut Versicherungskammer Bayern (VKB) Opfer einer Rauchvergiftung. Sie kann bereits nach zwei Minuten tödlich sein. Breche in der Nacht ein Feuer aus, sei das besonders gefährlich, denn auch der Geruchssinn schlafe. Deshalb ist laut VKB das Piepen so nützlich: Es weckt die Bewohner auf.

Eigentümer zuständig

Ab 1. Januar 2018 gilt in Bayern Rauchmelderpflicht in Wohnungen. "Wir begrüßen die Regelung absolut", sagt Fredi Weiß, Vorsitzender des Bezirksfeuerwehrverbands Oberpfalz. "Wir haben auf allen Kreisebenen Brandschutzerziehung. Wir gehen in Seniorenkreise, in die Volkshochschule und es gibt eine Rauchmelderausstellung, die von Gemeinde zu Gemeinde wandert." Das Thema sei unglaublich wichtig. "Weil es um den Schutz von Personen und auch Hab und Gut geht."

Mit dem Neujahrsfeuerwerk 2017/2018 endet eine Übergangsregelung. Seit Januar 2013 war die Anbringung von Rauchmeldern in Neubauwohnungen Pflicht, ab 2018 gilt die Rauchmelderpflicht auch für Bestandsbauten. Die Melder müssen in Schlafräumen und Kinderzimmern sowie Fluren, die zu Aufenthaltsräumen führen, jeweils mindestens einmal vorhanden sein. Sie sollen laut Gesetz "so eingebaut oder angebracht und betrieben werden, dass Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird". Für die Installation ist der Eigentümer eines Hauses oder einer Wohnung verantwortlich und trägt auch die Kosten. Die Wartung kann auf die Nebenkostenabrechnung des Mieters umgelegt werden. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Rauchmelder einmal jährlich auf ihre Funktionsfähigkeit geprüft werden. In Bayern ist dies die Pflicht des Mieters. Der Vermieter muss dem Mieter die Wartung ermöglichen.

Bezirksvorsitzender Weiß empfiehlt, über den Mindestschutz hinaus zu gehen: "Je früher ich es weiß, desto besser kann ich den Brand gering halten. Wenn ich nur auf dem Flur einen Rauchmelder hab, kann's passieren, dass im Wohnzimmer ein Brand ausbricht, ich habe Temperaturen bis zu 1000 Grad, bis es durch die Tür auf den Flur durchbrennt. Ich schaff's vielleicht raus, aber meine Wohnung ist hinüber." Man könne zwar sagen, die Versicherung zahlt, "aber das Leid, mit dem Verlust von persönlichen Sachen, Umzug - da sollte man nicht sparen".

Keine Strafen vorgesehen

Laut Mitteilung des Bayerischen Innenministeriums wird es keine "besonderen behördlichen Überprüfungen des Einbaus oder wiederkehrende Kontrollen" geben. Es liege "in der Verantwortung der jeweiligen Verpflichteten, für die Installation sowie für die Betriebsbereitschaft der Rauchwarnmelder Sorge zu tragen".

Die Versicherungskammer Bayern kommt im Rahmen einer Wohngebäudeversicherung für den durch Brand entstandenen Schaden auf. Im Rahmen einer Hausratsversicherung zum Beispiel auch für die Einrichtung. Rauchmelder sollten laut VKB immer nach den Angaben des Herstellers montiert werden, in der Regel waagrecht an der Decke, am besten mittig im Raum oder mit mindestens 50 Zentimetern Abstand von der Wand. "Fehlende oder nicht funktionsfähige Rauchwarnmelder haben keine nachteiligen Auswirkungen auf den Versicherungsschutz", erklärt die VKB. "Damit schließen wir uns der marktüblichen Auffassung unserer Mitbewerber an."

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