Ein meteorologischer Streifzug durch's Wetterjahr 2016
Zu kalt, zu warm?

 
NT/AZ-Wetterexperte Andy Neumaier. Bild: hfz

Ein meteorologischer Streifzug durch's Wetterjahr 2016 in der nördlichen Oberpfalz: Das Wetter geizte mit Rekorden. Besonderheiten gab es dennoch.

Weiden/Amberg. Soviel gleich zu Beginn: Im abgelaufenen Jahr gab es wenige Rekorde, doch reihte sich 2016 erneut in die mittlerweile lange Liste der seit der Jahrtausendwende zu verzeichnenden recht warmen Jahre ein. Recht übersichtlich war das Jahr 2016 in Sachen Winter. Der zeigte sich nämlich hauptsächlich zu Jahresbeginn, als der Januar immerhin bis zu 11 Zentimeter Schnee in Weiden und Amberg brachte. Zugegeben: Da haben wir schon Besseres erlebt, aber man wird ja langsam relativ anspruchslos in dieser Hinsicht.

Schnell ging es Ende Januar aber auch wieder bergauf mit den Temperaturen, teilweise wurden dann zweistellige Höchstwerte gemessen, und so endete der Monat mit einer Mitteltemperatur von +0,1 Grad auch um etwa 2,2 Grad wärmer als es das statistische Soll "verlangt". Einem Tiefstwert von -16,2 Grad in Weiden stand ein Maximum von +11,7 in Amberg entgegen. Mit 140 Prozent des langjährigen Niederschlages für den Monat war es außerdem um einiges zu feucht.

Der Februar wurde dann sogar der Monat mit der höchsten positiven Temperaturabweichung. Um +3,7 Grad wärmer als der langjährige Schnitt - Mitteltemperatur +3,4 Grad. Von -6,9 Grad bis +14,0 Grad reichte die Temperaturspanne (beide Extremwerte wurden in Amberg gemessen). Ein zarter Zentimeter Schnee garnierte die feuchtmilde Bilanz mit 150 Prozent des normalen Niederschlages dann zum Ende noch schnell zum Scheinerhalt eines "Wintermonats".

Im März hingen wir dann recht lange in den Nachwehen eines Winters, der eigentlich mal wieder keiner war. Immerhin gab es bis Monatsmitte immer mal wieder Schneeschauer, und so auch noch einmal bis zu 4 Zentimeter Schnee in Weiden und Amberg. Mit etwa 70 Prozent des normalen Monatsniederschlages blieb es aber etwas trockener als sonst. Einem Tiefstwert von -5,4 Grad in Amberg stand dort dann auch der Monatshöchstwert von +20,2 Grad am Monatsende entgegen. Mit 3,7 Grad im Durchschnitt lag der März mit einer positiven Abweichung von 0,6 Grad aber einigermaßen im Normalbereich.

Es folgte ein relativ frühlingshafter April, der mit etwa 80 Prozent des normalen Monatssolls ein wenig trockener als gewöhnlich ausfiel. Mit 8,2 Grad war es um etwa 0,8 Grad milder als im langjährigen Durchschnitt. Auch das ist aber noch eine normale Abweichung. Es gab recht viel Sonne, die Temperaturen reichten von -2,4 Grad als Tiefstwert in Amberg bis +22,2 Grad in Weiden.

Sonne normal, Niederschlag normal, aber ein bisschen wärmer als gewöhnlich, so war der Mai. Mit einem Tiefstwert von +2,1 Grad in Amberg fielen die Eisheiligen milde aus, dagegen verfehlten wir am 22. mit 29,8 Grad in Weiden nur haarscharf den ersten Hitzetag. Am Ende standen 13,7 Grad als Durchschnittstemperatur in der Bilanz, mit einer positiven Abweichung zum langjährigen Soll von 1,5 Grad.

17,2 Grad im Durchschnitt, 1,9 Grad mehr als das langjährige Mittel - das war der Juni. Trotzdem blieben mit einem Tiefstwert von 7,4 und einem Höchstwert von 34,0 Grad in Amberg die großen Rekorde aus. Mit etwa 150 Prozent des normalen Niederschlages wurde es aber teilweise recht nass. Lokal gab es vor allem Anfang des Monats teilweise verheerende Unwetter, die diese Statistik nicht erfasst. Die Abweichungen beim Niederschlag sind also ortsbezogen teilweise erheblich größer.

Im Mittel (19,0 Grad) um 2 Grad wärmer als der langjährige Durchschnitt, in den Extremwerten aber sogar kühler als der Juni, schlug der Juli in der Statistik zu Buche. Einem Tiefpunkt von 8,0 Grad in Weiden stand nämlich "nur" ein Höchstwert von 31,6 Grad in Amberg entgegen. Sonne und Regen verhielten sich "normal".

Sehr sonnig und sehr trocken war der Ferienmonat August. Nur etwa 35 Prozent des üblichen Niederschlages kam vom Himmel, dafür schien reichlich die Sonne. Die kühlste Nacht brachte mit 4,0 Grad in Weiden allerdings schon fast Bodenfrost, dafür trumpfte der Monat vor allem zum Ende hin noch mit Höchstwerten bis 32,7 Grad in Amberg auf. Das Mittel lag mit 17,9 Grad um 1,5 Grad über dem langjährigen Schnitt.

Sehr lange ungewöhnlich hochsommerlich blieb der September. Erst nach Ferienende kippte die Stimmung allmählich. So kamen dann doch noch etwa 130 Prozent des Normalniederschlages zusammen. Einer Tiefsttemperatur von +4,1 Grad in Weiden und Amberg stand in Amberg auch noch einmal ein Höchstwert von +31,1 Grad entgegen. Mit 16,4 Grad war der September um 3,5 Grad wärmer als gewöhnlich, und damit auf Platz 2 (hinter dem Februar) der positiven Monatsabweichungen.

Der Oktober war vieles, aber nicht golden. Oft fehlte die Sonne, und die Temperaturen mussten erste, herbe Tiefschläge verkraften. Der Niederschlag blieb zwar im Durchschnitt, aber mit einer negativen Abweichung von 0,3 Grad vom langjährigen Mittel war es der erste, und einzige "zu kalte" Monat des Jahres. 17,9 Grad bei einer Temperaturspanne von -1,0 in Weiden bis +23,6 in Amberg - so die Bilanz.

Punktlandung für den November: Niederschlag normal, Temperaturen normal. Bei 2,8 Grad Monatsmitteltemperatur gab es praktisch keine Abweichung, -9,5 Grad in Amberg, und ebenso dort auch +12,2 Grad als Temperaturspanne ergaben insgesamt einen eher langweiligen Monat aus Meteorologensicht.

Der Dezember war nur um eine kleine positive Abweichung um etwa 0,8 Grad wärmer als gewöhnlich, in Amberg konnten -10,5 Grad und ebenso in Amberg auch +8,8 Grad registriert werden. Der Schnee fehlte, und mit nur 20 Prozent des gewöhnlichen Monatsniederschlages war der Dezember gelinde gesagt staubtrocken.
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