Ein Streifzug durch und rund um Edinburgh: Bond, Potter und Kelpies

Oft rau, manchmal regnerisch, aber immer eine Reise wert: Edinburgh ist der ganze Stolz des schottischen Volkes. Und einiger Persönlichkeiten.

Einbruch zwecklos: Im Edinburgh Castle lagern die schottischen Kronjuwelen. Die imposante Burg überstrahlt die Stadt.
von Josef Maier Kontakt Profil

Alistair Hector grinst schelmisch. "Nach Schottland kommt man nicht, wenn man Sonnenbaden möchte", sagt er. Auch an diesem Morgen nieselt es immer wieder mal. Ja, das Wetter sei ein bisschen das Handicap, gibt der Reiseführer, der einige Zeit in Erlangen studiert und gearbeitet hat, zu. Geboren wurde er in Edinburgh, und seine Heimatstadt kennt er wie kein Zweiter. Edinburgh ist die Perle Schottlands und seine Hauptstadt. Die knapp 500 000 Einwohner zählende Stadt im Westen des Landes ist eine Klammer zwischen stolzer schottischer Geschichte und hippem City-Style. Es wird viel gebaut und saniert, doch die geschichtsträchtigen Gebäude bleiben. "Es kommen mehr als eine Million Touristen jährlich zu uns", erzählt Hector, der natürlich den Kilt, den Schottenrock, trägt.

Die Touristen wuseln durch die Straßen. Bergauf, bergab. "Edinburgh wird auch die Stadt der sieben Hügel genannt", erklärt Hector in Anspielung auf Rom. Natürlich vergleichen sich die Hauptstädter hier nicht mit der Ewigen Stadt, aber sie sind schon mächtig stolz auf ihre Geschichte und imposanten Bauten.

Das Kontrastprogramm

Wie etwa das "Palace of Holyroodhouse". "Hier wohnt die Queen immer, wenn sie da ist." Hector sagt das fast schon ehrfürchtig leise. Natürlich hat Elizabeth II. ihr eigenes Schlösschen in der Nähe der Regent Road. Gleich gegenüber liegt - quasi als Kontrastprogramm - das neue schottische Parlamentsgebäude. "Der Entwurf gefällt nicht jedem", begegnet Hector gleich den fragenden Gesichtern der Touristen. "Das wird in der Bevölkerung heftig diskutiert." Die neue, etwas futuristische Anlage, gibt es seit 2004, seitdem Schottland wieder ein eigenes Parlament hat. Von hier ist es auch nicht weit zum höchsten Punkt der Stadt, erklärt der Touristenführer: "Hier bei Arthurs Seat ist immer etwas los." Es wird gesportelt, gewandert, Fahrrad gefahren - das Naherholungsgebiet liegt direkt vor der Haustür. Gut 250 Meter ist "Arthurs Seat" hoch. Die Schotten sprechen stolz von einem Berg.

Stolz der Stadt ist auch das Edinburgh Castle. Die imposante Burganlage, die dem britischen Heer gehört, ist "der" Anziehungspunkt für Urlauber und auch viele Schulklassen. Die Anlage ist total wertvoll. "Hier lagern die schottischen Kronjuwelen", verrät Hector. Auf dem Weg nach unten stößt man auf das, was unverwechselbar zu Schottland gehört: Whiskyläden und Dudelsackspieler. Dabei ist nicht nur interessant, wie Letztere spielen, sondern auch, wie sie sich vorbereiten, ihr Instrument stimmen, und wie penibel sie danach die Pfeifenteile reinigen.

Alles doppelt

Das Castle liegt in "Old town" hier sind nahezu alle geschichtsträchtigen Gebäude beheimatet. Im 18. Jahrhundert ist aber aufgrund der Enge der Stadt die "New town" auf der anderen Seite der Princess Street entstanden. Somit hat Edinburgh zwei Innenstädte mit ebenfalls zwei Fußgängerzonen.

Nicht nur die City selbst hat viel zu bieten, sondern auch das Umland. Richtung Glasgow ist das Falkkirk Wheel eine Attraktion, ein modernes Schiffshebewerk. Dabei werden die Schiffe um gut 30 Meter im Union Canal nach oben gedreht, um im Kanal weiterfahren zu können. Von weitem imposante Erscheinungen sind nur ein paar Kilometer entfernt die Kelpies, zwei Pferdeköpfe aus Stahl, die mehr als 30 Meter in den Himmel ragen. Sie sollen auf die Arbeitskraft der Leute hier am Forth und Clyde-Kanal verweisen.

Bond, der Milchjunge

Zurück in Edinburgh sind auch die Spuren von Zauberern und harten Männern zu finden. "Hier ist auch Harry Potter zu Hause gewesen", erzählt Hector vor einem farblich herausstechenden Cafe im Westend der Stadt. "Hier hat J.K. Rowling einige ihrer Harry-Potter-Romane geschrieben." Die Schriftstellerin saß immer ganz hinten im "Elephant House", um alles vor sich beobachten zu können. Einer der größten Filmstars weltweit wurde in Edinburgh geboren: Sean Connery. "Er hat hier, in dieser Ecke der Stadt, als Milchjunge arbeitet", weiß Hector. Connery hatte früh die Schule abgebrochen. Und wo wurde er genau geboren? "Das Haus gibt's nicht mehr." Gegen den Abriss konnte selbst "James Bond" nichts machen.

Edinburgh

Edinburgh ist seit dem 15. Jahrhundert Hauptstadt von Schottland. Seit 1999 ist die Metropole außerdem Sitz des schottischen Parlaments. Edinburgh ist mit knapp 500 000 Einwohnern nach Glasgow die zweitgrößte Stadt Schottlands. Sie liegt an Schottlands Ostküste im Vereinigten Königreich Großbritannien. Der Vorteil: Meist kommt der Regen von Westen - bis nach Edinburgh hat es sich dann oft schon abgeregnet. Ein Grund dafür, warum das knapp 80 Kilometer entfernte Glasgow doppelt so viel Niederschlag im Jahr erträgt als Edinburgh. Die beste Reise-Zeit ist natürlich der Sommer.

Weitere Informationen:

www.visitscotland.com

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