Einbrüche in Metzgereien und Bäckereien
Prozess gegen Tresor-Räuber

Symbolbild: dpa

Betroffen waren Edeka-, Diska-, Rewe- und Netto-Märkte in Weiden, Amberg, Hirschau, Freihung und Pressath, manche mehrmals. Fast ein Jahr lang suchten zwei junge Männer nachts Verkaufsfilialen eines Metzgereibetriebs heim. Nun stehen sie vor Gericht

Mit Einbruchswerkzeug hebelten die beiden Männer aus Weidener Randgemeinden Seiteneingangstüren auf, rissen Schließzylinder heraus oder schlugen gläserne Türen ein. Sodann durchsuchten sie die Räume nach Verwertbarem, insbesondere Wechselgeld und Tageseinnahmen. Wenn das Bargeld in Tresoren gelagert war, rissen sie diese kurzerhand aus der Verankerung und nahmen sie mit. Durch Verbindungstüren erreichten die Diebe meist auch Verkaufsstellen einer Weidener Großbäckerei und verfuhren dort in gleicher Weise.

Einbrecher findet Komplize

Neben dem Beuteschaden, der sich zwischen 300 und 7500 Euro bewegte, hatten die Geschäfte stets auch Sachschaden zwischen 150 und 5000 Euro zu beklagen. Die ersten acht Einbrüche beging ein 23-Jähriger alleine. Dann stieg ein 26-Jähriger als Komplize mit ein. 14 gewerbsmäßige, gemeinschaftliche Taten klagte Staatsanwältin Carina Spörl am Dienstag vor der Großen Strafkammer an, dazu fünf Einbrüche, die im Versuchsstadium stecken blieben.

Durch einen sogenannten Deal nahmen Spörl, die Verteidiger Tobias Konze und Franz Schlama, sowie Landgerichtspräsident Walter Leupold und Richter Markus Filliger die Spannung aus dem, auf fünf Verhandlungstage angesetzten, Prozess gleich heraus. Für ein volles Geständnis konnten die Anwälte Freiheitsstrafen um die fünfeinhalb Jahre für ihre Mandanten aushandeln. Leupold betonte, als er das Ergebnis des Rechtsgesprächs zu Protokoll gab, dass der Strafrahmen bis zu zehn Jahre gereicht hätte.

Konze und Schlama hätten äußerst geschickt argumentiert. Man müsse das professionelle Vorgehen der Täter sehen und berücksichtigen, dass beide nicht unerheblich vorbestraft sind. Der Ältere sei zum Tatzeitpunkt sogar unter laufender Bewährung gestanden. Die beiden seien auf regelrechte Raubzüge gegangen und hätten sich nächtens gleich mehrere Geschäfte vorgenommen. Zwei sichergestellte Autos, einen VW Golf und einen Audi A6, die die Angeklagten mit falschen Kennzeichen zum Abtransport der schweren Tresore und der Beute benutzt hatten, werden zugunsten der Schadenswiedergutmachung verwertet.

Weitere Verhandlungstage

Am Dienstag wurden zahlreiche Polizeibeamte, Geschädigte und Zeugen vernommen. Zur Psyche der Angeklagten sagt am Freitag der Sachverständige Dr. Wirth aus. Voraussichtlich werden, laut Landgerichts-Pressesprecher Markus Fillinger, auch ein bis drei Termine im Neuen Jahr noch benötigt.
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