Eine ehrenamtliche Integrationhelferin verlässt Weiden
Wandel der Integration

Blumen zum Abschied erhält Rosa Seifert, ein Präsent gibt es für Thomas Hentschel (vorne, rechts). Für ihn übernimmt Behindertenbeauftragter Alexander Grundler (vorne, links) die Leitung des Integrationsbeirats. Bild: Trott

"Weiden hatte schon immer Zuzug, Menschen aus aller Welten haben über viele Jahre hier eine neue Heimat gefunden", weiß Oberbürgermeister Kurt Seggewiß. Es gebe in Weiden keine Parallelgesellschaften, und dies sei der guten Integrationsarbeit zu verdanken. "Möglich sind solche Erfolge nur, wenn Ehren- und Hauptamt zusammenarbeiten", erklärt Seggewiß. Viel Zeit werde da geopfert, um fremde Welten zusammenzubringen. Eine herausragende Ehrenamtliche müsse nun aber andere Wege gehen.

Traurig, aber verständlich sei es, dass Rosa Seifert wegziehe. Sie war vor 13 Jahren aus dem Süd-Ural nach Weiden gekommen. Seither engagierte sie sich für die Integration, indem sie Deutsche aus Russland, Menschen aus der ehemaligen UdSSR und die Weidener zusammen brachte. Als Vorsitzende des Vereins "Neue Zeiten" kämpfte sie von der Entstehung 2004 bis heute für soziale und berufliche Integration. Zusätzlich unterrichtete die Lehrerin ehrenamtlich Flüchtlinge und Zuwanderer bei der Kolping-Berufshilfe in Wiesau. "Ich habe hier in Weiden ein Stück Heimat gefunden. Ich habe viel Gutes bekommen und viele nette Menschen kennengelernt. Ich habe auch versucht, etwas zurückzugeben und vielen Menschen zu helfen", sagt die 62-Jährige. Das Leben sei jedoch ein Fluss, und es müsse weiter gehen. Nun bräuchten ihre Kinder und Enkelkinder in Reutlingen Unterstützung. Deshalb sei für sie und ihren Mann Zeit, umzuziehen, näher an die Familie zu rücken.

"Auch beim Hauptamt ist es Zeit für einen Wandel", erklärt Seggewiß. Zehn Jahre hätte Thomas Hentschel hervorragende Integrationsarbeit als Integrationsbeauftragter der Stadt und als Geschäftsführer des Integrationsbeirates geleistet. Zusammen hätten sie etwa jeden Bus mit Neuankömmlingen begrüßt. Nun stehe für Hentschel ein Wechsel vom Sozial- zum Rechnungsprüfungsamt an.

Seine Arbeit wird Alexander Grundler (40) weiterführen. Er ist Behindertenbeauftragter der Stadt.
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