10.04.2017 - 20:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Einkaufsstraße muss der neuen Stadtgalerie paroli bieten Max-Reger-Straße: Bäume wieder raus?

Oh, was sind die Bäume in der Max-Reger-Straße groß geworden. Vor exakt 25 Jahren geplant, vor 23 Jahren gepflanzt, entwickelten sie sich prächtig. Zu prächtig. Sie nehmen den Häusern Licht, sorgen für Schmutz (Laub). Von den Passanten werden sie geliebt, aber nicht von den Nachbarn.

Ausgeräumt. Die Bäume sind verschwunden. Arkaden zu beiden Seiten der Häuserfassaden schaffen ein neues Einkaufserlebnis in der Max-Reger-Straße. Skizze: Architekturbüro Beer
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

(wd) Vor einem Vierteljahrhundert seien die Bäume nötig gewesen, um den gravierenden Einschnitt in der Funktion der Max-Reger-Straße deutlich zu machen: Die Stadt verwandelte die ehemalige Hauptverkehrsstraße in eine Fußgängerzone und war damit erfolgreich. Heute seien wieder einschneidende Maßnahmen nötig, um ihr neue Attraktivität zu verleihen, meint Architekt Karlheinz Beer.

Seine Mitarbeiter zeichnen eine neue Vision der Regerstraße, ohne "störende" Bäume, ohne "Aufsteller" und "Kundenstopper". Beer setzt in seinem Entwurf vor die beiden Häuserfronten filigrane Arkaden. Er ließ sich von einer Einkaufsstraße in Meran inspirieren. In den schlanken Säulen integriert er Präsentationsflächen (digitale Werbung), Vitrinen, die die Geschäfte nutzen können, sowie zeitgemäße Beleuchtung. Die gesamte Straße erhalte dadurch Struktur, der Raum werde klarer gegliedert. Natürlich müssten auch Hauseigentümer und Mieter mitziehen. Nur mit einer gemeinsamen Anstrengung könne die Straße die Herausforderung meistern, die mit der Stadtgalerie auf sie zukomme. Die "Diskussionsgrundlage" ist mit Jochen Baur abgesprochen, der einst mit seiner SEP die Planung für die Regerstraße erstellte.

Über Kosten wird noch nicht gesprochen. Die Realisierung ist aber weniger aufwendig als die bereits seit zwei Jahrzehnten immer wieder diskutierte Variante von Architekt Heiner Schreml, der die gesamte Max-Reger-Straße überdachen will. Dennoch fallen hohe Kosten an, etwa 1,5 Millionen Euro für die Konstruktion. Wer soll zahlen? "Alle, die den Nutzen davon haben", meint Karlheinz Beer. Also die Hausbesitzer, die Vermieter, die eine überaus attraktive, neue Straße erhalten. Und die Stadt Weiden, die mit einer neuen Attraktion aufwarten könnte.

"Vielleicht gibt es ja auch Fördergelder", hofft Philipp Kaufmann, der Geschäftsführer des City-Centers. Der Vorschlag Beers entspreche in etwa den Ideen, die seit zwei Jahren auch in der Gemeinschaft der Hauseigentümer diskutiert würden. "Ich finde die Anregung grundsätzlich richtig gut und würde sie gerne unterstützen." Dass sich die Max-Reger-Straße der Herausforderung stellt, beweisen nicht zuletzt die Investitionen von Michaela Wies, von Apollo und Fielmann, Gerry Weber, Telekom, Backwerk sowie im City-Center, in dem Müller und H&M erweiterten. Die Hausbesitzer hätten es geschafft, eine durchgehende Weihnachtsbeleuchtung anzuschaffen. "Gemeinsam ist sicher noch viel mehr möglich. Aber wir brauchen auch jemanden, der voranmarschiert. Und das sollte die Stadt sein", sagt Kaufmann.

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