Eklig und gefährlich: Wieder Ärger wegen Taubendreck vor Josefhaus
Kot-astrophe

Kot, Federn und Unkraut: So nicht, meint Barbara Sauber zum Gehweg vor dem Josefshaus. Bild: Trott

Es ist eine alte Sache, die neu für Aufregung sorgt: Taubenkot und Federn pflastern den Weg vor dem Josefshaus. Kein schöner Anblick, findet Barbara Sauber. Und gefährlich sei das obendrein, warnt die Weidenerin und pocht zum zweiten Mal auf Abhilfe.

(pdtr) Geschichte wiederholt sich. Bereits im September 2016 protestiert Sauber gegen die Taubenproblematik: "Ein Schreiben von mir an die Stadt Weiden und mehrere Telefonate mit dem Ordnungs- und Gesundheitsamt brachten aber bis heute keine Lösung", klagt die 68-jährige aus der Mooslohe. Sie sei wütend: "Dreck und Kot sind gefährlich. Durch Wind und Radfahrer wird beides verteilt und kann so eingeatmet werden. Gerade für Kinder und Säuglinge kann es so zu schweren Erkrankungen kommen. Ich persönlich versuche, den Bereich vor dem Josefshaus zu meiden. Aber das ist doch nicht Sinn der Sache."

Deshalb verfasste Barbara Sauber nun, ein Jahr später, erneut ein Schreiben an die Stadt Weiden. Diesmal ist es ein offener Brief, in dem sie auf die Lösung des Problems drängt: "Der Dreck muss weg und eine Möglichkeit her, den Platz für Tauben uninteressant zu machen. Das ist auch ohne große finanzielle Mittel möglich", meint Sauber.

Netz wieder abmontiert

Ganz neu sind die Probleme nicht, räumt der Pressesprecher der Stadt Weiden, Norbert Schmieglitz, ein und erinnert: "Es wurden auch schon 2015 Versuche unternommen, die Tauben mit Hilfe eines Netzes vom Gebäude fern zu halten. Leider musste das Netz damals wieder abgenommen werden, weil Jungtiere hinter dem Netz gefangen waren und Elterntiere sich darin verfingen."

Das Problem mit dem Taubendreck kennt der Sachgebietsleiter Abfall und Straßenreinigung bei der Stadt Weiden, Johannes Zierock, schon seit Jahren. "Ich habe den Bereich vor dem Josefshaus erst vor Kurzem begutachtet", erklärt er. "Eine Verkehrsgefährdung besteht dort nicht." Die Tauben fern zu halten, sei aber leider nicht so einfach, wie man vielleicht denkt. "Auch der Tierschutz spiel dabei eine große Rolle", sagt Zierock, und spielt aufs Taubenschutznetz an.

Trotzdem sei die Sorge von Barbara Sauber verständlich, sagt der Pressesprecher der Stadt. Verantwortlich für die Sauberkeit vor dem Gebäude sei jedoch der Eigentümer. Der Bereich vor dem Gebäude müsse schlicht häufiger gereinigt werden.

"Ich habe bei den bisherigen Versuchen, das Problem in den Griff zu bekommen, keine Kosten gescheut", sagt Harald Rippl, Eigentümer des Josefshauses. Weiter meint er: "Ich bin ja ein tierlieber Mensch, und wenn eine Lösung gefunden werden muss, dann will ich das vernünftig machen." Deshalb sei ja das bereits mehrfach erwähnte "speziell angefertigte Taubenschutznetz" installiert worden. "Leider hat sich darin eine Taube verfangen. Die musste von der Feuerwehr gerettet und das Netz wieder abgenommen werden. Nach Rücksprache mit einer Fachfirma wurde die Konstruktion mit zusätzlichen Plastikrahmen ausgestattet und wieder befestigt." Doch diese Lösung war nicht von langer Dauer.

"Tauben gibt es überall"

"So ist das teure Netz zum Schluss im und nicht am Josefshaus gelandet." Man könne es eben einfach nicht jedem Recht machen. Tauben aber gebe es überall in Weiden, und auch diese Netze hingen an mehreren Stellen. "Beschwerden gibt es beim Josefshaus, weil hier viele Menschen unterwegs sind und die Tiere hier schnell auffallen", meint Rippl und macht dann doch ein Zugeständnis.

"Ich verstehe die Sorgen von Frau Sauber", sagt Rippl. Da die Tauben nicht so einfach vom Umzug zu überzeugen seien und eine Taubenabwehr nur immer wieder die Feuerwehr auf den Plan rufe, helfe nur eines: die Reinigung. "Nach Rücksprache mit Herrn Zierock wird der Taubenbereich vor dem Gebäude nun häufiger gereinigt als bisher. So sollen Kot und Federn verschwinden."

Interessenten fürs JosefshausSeit Jahren ist der Taubendreck rund um das Josefshaus ein Ärgernis. "Vielleicht sind die Probleme rund um das Gebäude aber bald aus anderem Grunde Geschichte", meint der Eigentümer Harald Rippl. "Ich befinde mich derzeit in ernsthaften Gesprächen und möglicherweise ist ein Vertrag zum Ende des Jahres unterschriftsreif." Mit diesen Worten spielt Rippel wohl auf den Verkauf des Josefshauses an der Asyl- und Sedanstraße an. Seit Sommer 2016 ist die Immobilie mit 2470 Quadratmetern auf dem Markt. Damals für 690 000 Euro.
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