17.11.2016 - 02:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Europaberufsschule und Wirtschaftsschule sind jetzt Referenzschulen für Medienbildung: Damit Technik ein Segen ist

In der Welt von Industrie 4.0 rückt Medienkompetenz immer mehr in den Vordergrund. Deshalb ist es auch so wichtig, diese an den Schulen zu vermitteln. Zwei Weidener Einrichtungen machen's vor.

Stolz präsentieren die Koordinatoren für Medienbildung, Franz Josef Gretsch von der Wirtschaftsschule und Werner Klement von der Europaberufsschule (von links), die Ernennungsurkunde zur Referenzschule für Medienbildung. Bild: Bühner
von Siegfried BühnerProfil

(sbü) Ab sofort dürfen sich die Europaberufsschule und die Staatliche Wirtschaftsschule (Gustl-Lang-Schule) als Referenzschule für Medienbildung bezeichnen. "Wir freuen uns, dass wir in Weiden die einzigen Schulen sind, die mit dieser Aufgabe betraut wurden", erklärte Josef Weilhammer, Leiter der Europaberufsschule. Nach einer zweijährigen Vorbereitungszeit überreichte Staatssekretär Georg Eisenreich in München die Ernennungsurkunden. Insgesamt sind 21 Schulen in der Oberpfalz zu Referenzschulen für Medienbildung ernannt worden.

Multiplikator für Schulen

Für das Gütesiegel mussten zahlreiche Voraussetzungen erfüllt werden. "Ich bin stolz auf meine Kollegen, die das alles neben ihren üblichen Unterrichtspflichten erledigt haben", betonte Weilhammer. Für ihn ist diese Auszeichnung auch ein Beispiel dafür, dass "Weidener Schulen nicht schlafen".

So mussten ein Medienentwicklungsplan sowie ein Medien- und Methodencurriculum erstellt werden. Unterrichtsbeispiele und ein Fortbildungsplan wurden dem Ministerium vorgelegt. Mit der Errichtung eines Netzwerks von Referenzschulen will das bayerische Kultusministerium die Schüler auf die Anforderung der zunehmenden Digitalisierung in Privat- und Berufsleben vorbereiten.

Neben der Förderung in der eigenen Schule sollen die Referenzschulen andere Schulen in der Region bei der Medienbildung unterstützen. "Wir haben somit eine Multiplikator-Funktion", erklärten Werner Klement von der Europaberufsschule und sein Kollege Franz Josef Gretsch von der Wirtschaftsschule. Sie sind dafür die Koordinatoren. Die beiden Lehrer organisieren Hospitationen, pädagogische Tage oder bieten Fortbildungen an und geben ihre Erfahrungen weiter. Andere Schulen sollen in die Lage versetzt werden, selbst ihre Medienarbeit zu systematisieren.

Medienkompetenz gehe auch weit über den Umgang mit Smartphone und sozialen Netzwerken hinaus, ergänzte sein Kollege. So kämen je nach Ausbildungsrichtung viele unterschiedliche Medien zum Einsatz. Das könne zum Beispiel eine Datenbrille oder ein 3-D-Drucker sein. Auch das Thema Datenschutz spiele eine große Rolle.

Gute, alte "Kreidezeit"

Schließlich gehe es auch um digitale Lernformen wie E-Learning oder die Nutzung der digitalen Lernplattform Mebis. Auf Mebis könnten Lehrer ihre Unterrichtsinhalte abspeichern, so dass diese im Vertretungsfall für einen Kollegen abrufbar seien. Mebis nehme auch die Rolle des "Schulfunks der Vergangenheit" ein. Dort können aus einer Mediathek die verschiedensten Produkte, wie lizenzfreie Filme für den Unterricht, abgerufen werden. "Noch kann allerdings der Schulunterricht nicht komplett digital ersetzt werden. Ich benutze nach wie vor auch eine Kreidetafel", sagte Weilhammer.

Noch kann allerdings der Schulunterricht nicht komplett digital ersetzt werden. Ich benutze nach wie vor auch eine Kreidetafel.Josef Weilhammer, Leiter der Europaberufsschule

Schulfach Digitalisierung

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