25.08.2017 - 19:04 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Experten erzählen Buchtipps für die einsame Insel

Egal ob am Meer, am Strand oder im Garten: Sommerzeit ist Lesezeit. Im aktuellen OTon überlegt Redakteur Christopher Dotzler, welche drei Bücher er auf eine einsame Insel mitnehmen würde. Zusätzlich hat er sich Tipps von Leuten aus dem Kulturbereich geholt.

Bild: Axel Heimken/dpa
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Die Buchhändlerin:  Maria Rupprecht

  • Mit Gedichten durchs Jahr (Diogenes Verlag): „Ich mag gerne umfangreiche Romane, in die man regelrecht eintauchen kann. Inzwischen habe ich erfahren, dass es eine große Kunst ist, kurze Erzählungen zu schreiben. Die noch größere Kunst ist wahrscheinlich, ein Gedicht zu schreiben. Dieser Auswahlband ist ein Schatz."
  • Mein Leben von Marcel Reich-Ranicki: „Selten hat mich eine Lebensgeschichte so berührt wie die von Marcel Reich-Ranicki. Als Überlebender des Warschauer Ghettos, dem es gelungen ist, der Deportation nach Auschwitz zu entkommen, bringt er uns ein Stück Zeitgeschichte näher. Wenn er berichtet, wie er anderen in den geheimen Verstecken Geschichten erzählt hat, zeigt er auch, welche Kraft Geschichten haben, wie sie trösten und Hoffnung schenken können.“
  • Die Abenteuer des Tom Sawyer von Mark Twain: „Es gibt mehrere Bücher, die mir einfallen, wenn ich an Leseerlebnisse meiner Kindheit und Jugendzeit denke. Eines, das immer noch mit viel Gefühl verbunden ist, ist ,Tom Sawyer‘. Ich mochte Tom und seinen Freund Huckleberry Finn, weil sie sich was trauten, weil sie gegen Ungerechtigkeiten kämpften, weil sie’s nicht leicht hatten, aber sich trotzdem ihren Platz erkämpften.“

Der Künstler: Wilhelm Koch

  • Nirwana von Eugen Oker (erschienen im Verlag „Kuckuck & Straps, München“, jetzt beim Lichtung-Verlag): „Die Innenseiten sind größtenteils leer, so kann man das Buch gut für Skizzen, Zeichnungen, Notizen und eigene Texte verwenden.“
  • Langeweile – Modell eines psychologisch-anthropologischen Phänomens von Maria T. Kern: „Damit ist man gut gerüstet für die Ödnis auf der Insel. Wenn einem langweilig ist, dann weiß man warum.“
  • Die Verwandlung von Franz Kafka: „Das Buch handelt von der Verwandlung des Gregor Samsa in einen Käfer und dessen Isolation. Das müsste inselmäßig gut passen.“

Der Bibliothekar: Alfred Wolfstein

  • Speiß-Meister oder Nutzlicher Unterricht von Essen und Trinken von Odilo Schreger (Alfred Wolfsteiner und Manfred Knedlik sind die Herausgeber): „Das ist sehr unterhaltsame Lebenskunde aus dem Jahr 1766. In drastischer Sprache geht es darum, was vor 250 Jahren gegessen worden ist. Der Autor will belehren und unterhalten zugleich. Auf einer einsamen Insel könnte ich mir die Zeit nehmen, um mich in die altertümliche Sprache einzulesen.“
  • Falke von Helen Macdonald: „Ich habe ein Grundstück. Immer wenn ich dort hinkomme, fliegt ein Wanderfalke weg. Das Buch würde mich an die Natur in meiner Heimat erinnern. Auf einer einsamen Insel gibt es natürlich auch Natur. Schön wäre es aber, wenn es eine ohne Schnaken wäre.
  • Nachtblau von Simone van der Vlugt: „Das ist ein historischer Roman, den ich noch nicht gelesen habe. Es geht darin um das Delfter Porzellan, verpackt in einer Liebesgeschichte. Das wollte ich mir als nächstes zu Gemüte führen. Es besteht dabei natürlich das Risiko, dass mir das Buch nicht gefällt. Mit einem Lexikon könnte ich diesem Risiko aus dem Weg gehen.“

Der Rapper: Felix Merl



  • Die Outsider von Susan E. Hinton: „Weil ich es einfach immer wieder gerne lese. Es ist ein sehr berührender Jugendroman, der mich vor allem im Teeniealter sehr geprägt hat.“
  • Die Insel von Richard Laymon: „Weil ich die Tatsache einfach witzig finde, dass ich als Typ auf einer einsamen Insel eine Geschichte über eine Gruppe gestrandeter Menschen lese. Außerdem werden dort gewisse Gefahren einer einsamen Insel geschildert und so bin ich vorbereitet und generell wohl etwas wachsamer.“
  • Der Keller von Richard Laymon: „Weil das der beste Horrorroman von Laymon ist und ich mir schon lange vorgenommen hatte, den mal wieder zu lesen. Wo hätte ich sonst die Möglichkeit das zu tun, wenn nicht auf einer einsamen Insel.“
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