06.09.2017 - 15:08 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Familie Vézard befindet sich auf der von "Irma" bedrohten Insel Martinique Tanzlehrer im Tropensturm

"Irma" heißt der Hurrikan, der seit Wochenbeginn die Karibikstaaten in Angst und Schrecken versetzt. Er erreicht andauernde Windgeschwindigkeiten von 295 km/h. Am Mittwoch näherte er sich Martinique. Auf dieser Insel der französischen Antillen befindet sich aktuell fast die komplette Familie Vézard aus Weiden.

Zunehmend stürmisch. Melanie und Sylvia Vézard an der Küste von Martinique. Dort wurde am Mittwoch ein Ausläufer des Tropensturms "Irma" erwartet. Bild: privat
von Christine Ascherl Kontakt Profil

Die Tanzlehrer Jérôme und Sylvia sind mit ihren erwachsenen Kindern Melanie und Maximilian vor Ort. Hintergrund: Die Großmutter (88) lebt seit 30 Jahren auf Martinique. Sie zog aus Paris in das französische Überseedépartement.

"Die Familie wollte Großmutter in dieser Situation nicht allein lassen", berichtete am Mittwoch Alexander Vézard. Er selbst ist am Dienstag mit Töchterchen Marie Fleure aus Martinique nach Weiden zurückgekehrt. Die Fünfjährige hatte mit den Eltern zwei Wochen Urlaub bei der Oma gemacht und diesen sehr genossen. Einem Tropensturm wollte man das Kind nicht aussetzen. Am Flughafen der Karibikinsel trafen die Heimreisenden mit Sylvia Vézard zusammen, die gerade gelandet war. "Wir haben uns nur von weitem gesehen."

Alexander Vezard steht in ständigem Kontakt mit seinen Angehörigen. Vater Jérôme schickt Videos und Bilder. Das Meer brodelt, starker Wind ist aufgezogen. Inzwischen ist das Haus der Oma an den Fenstern mit Brettern verstärkt. Es handelt sich um ein betoniertes Gebäude im Küstenort Le Diamant. Die nötigen Vorräte sind beschafft: Nahrungsmittel, die ohne Kochen gegessen werden, dazu Kerzen.

In den Supermärkten wird um Mineralwasser Schlange gestanden. Auch für Bad und Küche haben die Vezards Wasser in Flaschen abgefüllt. Im benachbarten Guadeloupe ist die Wasserversorgung schon ausgefallen. Die Familie hat sich verbarrikadiert. In einem kurzen Telefonat mit dem NT schilderte Sylvia Vezard, dass man das Haus jetzt dicht mache: "Wir warten auf den Sturm." Am frühen Mittwochmorgen um 1.47 Uhr Ortszeit (Weiden: 7.47 Uhr) erreichte "Irma" mit Barbuda die erste der Karibikinseln. Berichten zufolge brachen die Telefonleitungen zusammen, als das Auge des Sturmes in Richtung Puerto Rico über Barbuda hinwegzog. Zahlreiche Dächer wurden abgerissen.

Aktualisierung: Familie Vezard hat Hurrikan-Ausläufer gut überstanden

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