FBG Süd meistert bewegtes Holzwirtschaftsjahr
Borkenkäfer, Sturm und Holzmenge

Das Dorf Maierhof ist vorbildlich in der Waldbewirtschaftung. Dafür gab es einen Hohlspaten der Forstbetriebsgemeinschaft. Bei der Auszeichnung dabei (von links): BBV-Jagdreferent Hans Koch, Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, Sigrid Künkler, Vorsitzender Bernhard Irlbacher, Martin Heiß und Werner Bärnklau aus Meierhof sowie FBG-Geschäftsführer Michael Bock. Bild: Dobmeier

Borkenkäfer, Sturm und Holzmenge. Drei Schlagwörter, die das Wirtschaftsjahr 2017 bei der Forstbetriebsgemeinschaft Neustadt/WN-Süd prägen.

In der Hauptversammlung freute sich Vorsitzender Bernhard Irlbacher über den vollen Postkellersaal. Aktuell betreuen 775 ordentliche Mitglieder (plus 13) die 6164 Hektar (plus 65 Hektar) Mitgliedsfläche. Das Jahresmotto laute "Gemeinschaft und Zusammenarbeit auf dem Holzmarkt". Der Verlauf der geplanten Stromtrassen durch das Vereinsgebiet werde im Planfeststellungsverfahren kritisch mit der Möglichkeit auf Einsprüche begleitet, sagte Irlbacher.

Die unstabile Wetterlage 2017 bedauerte Geschäftsführer Michael Bock im Jahresrückblick. Im Frühjahr seien nur kurze Frosttage zur Bewirtschaftung geeignet gewesen. Seit drei Jahren begünstige das milde Wetter die Borkenkäferpopulation. Im vergangenen Jahr schlüpften sogar bis zu drei Generationen aus. Die Aufarbeitung des Käferholzes sowie lokale Sturmschäden in Passau ließen die Holzmenge steigen, so dass sich die Preise nach einer Steigerung zu Jahresbeginn 2017 wieder auf dem vorhergehenden Niveau stabilisierten.

Gute Erlöse wurden bei Submissionen erzielt. Von den 17 800 Festmetern (Fm) Holzeinschlag von 236 vermarktenden Mitgliedern fielen 9970 Fm auf Fixlängen, 4470 Fm waren Stammholz, 320 Fm Faserholz, 1600 Fm Brennholz und 1450 Fm Hackschnitzel. Es gab 23 Waldpacht-Verträge mit 367 Hektar Fläche. Kassier Tobias Schmauß berichtete in der Bilanz über Umsatzerlöse 2016/2017 in Höhe von 1,535 Millionen Euro. Lärchenstämme wurden als Hopfenstangen in die Hallertau geliefert. Lehrfahrten führten nach Tschechien. Vorführungen erfolgten mit dem Harvester und Hackschnitzelheizwerk. Zur Öffentlichkeitsarbeit dienten Infostände, Vorträge sowie die Waldjugendspiele.

Das Dorf Maierhof habe die Waldpflege im Blick, lobte Sigrid Künkler. Werner Bärnklau sei der "wandelnde Harvester auf zwei Beinen". Die Dorfgemeinschaft sei von unschätzbarem Wert bei der Waldbewirtschaftung. Bioenergie, Hackschnitzel und Brennholz würden erzeugt sowie über die FBG vermarktet. Als Anerkennung gab es einen Hohlspaten für die Dorfvertreter Bärnklau und Martin Heiß.

Spannend wie ein Tatort sei es, etwas über die Holzmarktentwicklung, die Sorgen und Nöte der Waldbauern und über deren tolle Arbeit zu erfahren, meinte Oberbürgermeister Kurt Seggewiß. Der Wald sei ein hohes Gut mit Freizeitwert. Die Stadt werde vom Naturschutz nicht gelobt, wenn Wald für das Gewerbegebiet West IV falle. Aber wenn man bedenke, welche Rolle Weiden spiele (zwei Drittel seiner 27 000 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze seien für Einpendler), benötige es weitere Beschäftigung nach dem Motto "Stadt und Land Hand in Hand". Wald vor Wild sei eine klare Botschaft.

In seinem Referat "Zukunftsorientierte Forstwirtschaft durch waldorientierte Jagd" ging Hans Koch als Jagdreferent des BBV München auf das Spannungsfeld Wald/Wild und den Abschussplan ein. Hinsichtlich des Klimawandels gewähre die Pflanzung standortgerechter Mischwälder eine Risikostreuung. Ziel ist laut Koch die natürliche und damit kostenlose Baumverjüngung unter Wildverbisskontrolle.
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