05.03.2017 - 13:40 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Feuerschützen klagen: 20.000 Euro Mehrkosten pro Jahr seit Verlagerung auf neuen Platz: Volks- und Schützenfest auf Prüfstand

Eine Hauptversammlung mit Knalleffekt liefert die Königlich privilegierte Feuerschützengesellschaft: Sie droht, das Volksfest ab kommendem Jahr platzen zu lassen. Nun steht ein entscheidendes Gespräch an.

Schluss mit lustig. Die Königlich Private Feuerschützengesellschaft will das Handtuch werfen. Die Kosten für das Volks- und Schützenfest sind den Veranstaltern auf dem neuen Platz über den Kopf gewachsen. Bild: Kunz
von Helmut KunzProfil

Das Volks- und Schützenfest steht auf dem Prüfstand. Nicht nur, weil "die Besucherzahlen etwas zu wünschen übrig lassen", wie Schützenmeisterin Carola Girisch sagte. "Heuer gibt es leider auch nicht mehr so viele Bewerber", sagte Platzmeister Hans Blum. Was das Fass aber zum Überlaufen bringe, sei die Tatsache, dass das Fest auf dem neuen Platz die Feuerschützen als Veranstalter um 20.000 Euro pro Jahr teurer komme als auf dem alten.

Wie Girisch bei der Jahreshauptversammlung am Samstag vorrechnete, schlugen dem Verein neue Kosten zu Buche: für WC-Container, Lärmschutz oder Shuttleservice. Anders sei es auf dem alten Platz gewesen: Toilttenhäuschen habe es gegeben, Lärmschutz und zusätzliche Bustransporte nicht gebraucht. Auch die horrenden Aufwendungen für die Verkehrsbeschilderung und die Tafeln an den großen Einfallstraßen - eigentlich finanzielle Aufgaben der Kommune - seien den Schützen aufs Auge gedrückt worden.

"Sind nicht Event-Manager"

In der Summe enthalten seien auch 3500 Euro für den Sicherheitsdienst. Das sei natürlich auch der angespannten Sicherheitslage weltweit geschuldet und wäre auf dem alten Platz auch angefallen, räumte Girisch ein. Was den Schützen anders als früher aber durch die Lappen gehe, seien die Parkgebühren, die man an der Leuchtenberger Straße selber erwirtschaften konnte. Heute treibe sie die Stadt ein. Sollte auch noch das Haus am Rande des Festplatzes veräußert werden, dann müsste der dort gelagerte Sicherheitszaun - "den stellen wir ehrenamtlich auf" - anderswo untergebracht werden. Was wiederum zusätzliche Kosten für die Feuerschützen bedeuten würde. Des Fest ließe sich so nicht mehr stemmen. Der Reingewinn, den der Verein jährlich in seine Immobilie, das Schützenhaus am Hetzenrichter Weg, reinvestiere, sei zusammengeschrumpft. Girisch erklärte, sie wolle deshalb die Reißleine ziehen.

Für heuer sei das Fest allerdings in trockenen Tüchern. Die Verträge für das 118. Volks- und Schützenfest seien unter Dach und Fach. "Der Personenkreis, der sich ehrenamtlich um die Ausrichtung kümmert, ist 20 Mitglieder stark." Girisch: "Wir sind aber keine Event-Manager. Unser Kerngeschäft ist der Schießbetrieb." Und auf den werde man sich beschränken, sollte bei einem Termin mit der Stadt am 22. März keine Übereinkunft gefunden werden. "Sollten wir keinen Kompromiss finden, dann steht hinter der Zukunft des Festes ein großes Fragenzeichen."

Höher optimistisch

Aufhören? "Das sollte man sich genau überlegen. Schließlich handelt es sich um eine liebe Tradition", sagte der Vorsitzende des Stadtverbandes für Leibesübungen, Herbert Tischler. Aus Sicht von Bezirkschützenmeister Harald Frischholz würde ein Stück Kultur verloren gehen. "Denkt auch an die Jugend." Bürgermeister Lothar Höher setzte auf eine Übereinkunft mit der Stadt. "Schließlich wollen wir alle noch das 125-jährige Volksfest-Jubiläum feiern."

Sollten wir keinen Kompromiss finden, dann steht hinter der Zukunft des Festes ein großes Fragenzeichen.Carola Girisch

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