22.06.2017 - 15:30 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Finanzausschuss gibt 150000 Euro für Welpen frei Zum Jaulen

Der Weidener Finanzausschuss hat 150 000 Euro im Nachtragshaushalt für die Unterbringungskosten von 79 Hunde- und Katzenwelpen nach einem Tiertransport abgesegnet. Stadtkämmerin Cornelia Taubmann warnte in der Sitzung am Donnerstag vor einem Problem, "das weit über Weiden hinausgeht". In Tschechien bestehe ein breiter Markt für Welpen aller Art: "Die Dummen sind die, die sich um die Tiere kümmern." Sie forderte eine generelle staatliche Regelung. Sonst bleiben auch künftig Gebietskörperschaften in Grenznähe auf den Kosten sitzen.

Die Stadt Weiden hat ein tierisch teures Problem. 2014 stoppte die Amtstierärztin einen Tiertransport mit 22 Katzen- und 57 Hundewelpen. Ihre Unterbringung geriet kostspielig. Die Stadt soll nun dafür zahlen. Bild: Uschi Lang hundi.jpg
von Christine Ascherl Kontakt Profil

Stellvertretende Rechtsdezernentin Nicole Hammerl nahm die Amtstierärztinnen in Schutz, deren Pech es letztlich war, in dieser Nacht ans Telefon gegangen zu sein, obwohl sie nicht zuständig waren. Sie ordneten die Quarantäne im Nürnberg Tierheim an. Ihnen könne aus tierseuchenrechtlicher Sicht kein Vorwurf gemacht werden: "Es musste eine schnelle Entscheidung getroffen werden." Die Kosten seien auch deshalb auf 253 000 Euro getrieben worden, weil die tschechischen Züchter erst nach sieben Monate Eigentumsverzicht erklärten. Solange konnten die Tiere - obwohl schon geimpft und gesund - nicht vermittelt werden.

SPD-Fraktionsvorsitzender Roland Richter konnte "nur den Kopf schütteln": "Das ist Crystal Speed im Tierschutz. Da läuft ein ganz übles Geschäft auf Kosten der Tiere." Er staune, dass es in Europa praktisch unmöglich sei, sich das Geld von den Besitzern zu holen. Eine Klage führte zu nichts. SPD-Fraktionschef Wolfgang Pausch hat in Passau recherchiert: "Die haben das noch häufiger auf dem Tisch. Diese Geschichte muss abgestellt werden." CSU-Kollege Stefan Gollwitzer sah Weiden als Kommune auf Konsolidierungskurs "dreifach getroffen": "Das sind Gelder, die woanders fehlen."

Mit Mehrheit stimmten die Fraktionen für den Beschlussvorschlag, auf einen Vergleich einzugehen: Der Tierschutzverein Nürnberg geht auf 150 000 Euro herunter. Zugleich soll die Stadt alle Erstattungsmöglichkeiten ausschöpfen. Unter anderem ist ein Antrag auf Sonderzuweisung gestellt. Auch der Landkreis Schwandorf, auf deren Gebiet der A 6-Parkplatz liegt, wurde um Erstattung gebeten: Das Landratsamt habe sich weder positiv, noch negativ geäußert. Man wünscht Akteneinsicht, die man bekommt, kündigte Hammerl an.

Die Dummen sind die, die sich um die Tiere kümmern.Kämmerin Cornelia Taubmann

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