19.07.2017 - 19:08 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Firma Birner stellt als neuer Eigentümer Produktionshallen ans ehemalige Rathaus "Rothenstädter Bauernbarock"

Für die einen ist das Rothenstädter Rathaus ein "wunderschöner Solitär", der, so Hildegard Ziegler (SPD) im Bauausschuss, in die Denkmalliste aufgenommen werden müsste. Für die Mehrheit der Stadträte ist das 1951 errichtete Gebäude eine "alte Hütte". Sogar die von Karl-Heinz Schell und Josef Gebhardt (beide SPD) gewünschte Ortsbesichtigung war Markus Bäumler (CSU) zuviel des Guten. Wichtiger sei es, die Pläne des neuen Eigentümers abzusegnen, der möglichst schnell sein Bauprojekt verwirklichen wolle.

Wie der Verkauf der Alten Turnhalle ist auch der des ehemaligen Rathauses in Rothenstadt umstritten. Im Süden (im Vordergrund) sowie im Westen soll nun eine Werkhalle direkt ans Rathaus angebaut werden. Bild: Wieder
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Die neue Werkhalle (auch für Alu-Schweißerei) umschließt die Südwestecke des Rathauses, das derzeit von der Sparkasse genutzt wird. "Die Werkhalle sollte das Rathaus in seiner Schönheit flankieren. Das sehe ich hier nicht gegeben", stellte Hildegard Ziegler fest. Gerade die Gestaltung von Gebäuden sollte dem Bau- und Planungsausschuss wichtig sein.

Stefan Rank (Bürgerliste) wertete die Gestaltung der Werkhalle als "Rothenstädter Bauernbarock". Schließlich sei keine "gesichtslose Halle" geplant, sondern ihr Aussehen passe sich dem von landwirtschaftlichen Betrieben in Rothenstadt an. Der neue Eigentümer habe Haus und Grund gekauft, um sein Unternehmen erweitern zu können. "Emotionalität ist deshalb nicht gegeben." Alois Lukas (CSU) verwahrte sich gegen "den Bauernbarock". Die Rothenstädter Landwirte bemühten sich bei ihren Betriebsgebäuden um eine zeitgerechte Architektur. Die Werkhalle werde gemauert und füge sich ins Mischgebiet ein. Josef Gebhardt (SPD) wünschte sich, dass die neue Halle zumindest einige Meter vom ehemaligen Rathaus abrücke.

Veit Wagner (Die Grünen), der als schließlich einziger gegen das Vorhaben stimmte, vermisste die Fantasie des Planers. Was an Plänen vorliege, sei "ästhetisch völlig unpassend".

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