10.01.2017 - 14:20 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Flammende Rede des Kreispräses Armin Spießl bei der KAB gegen antichristliche Hassparolen gegen ... „Flucht ist der historische Normalfall“

Die KAB will auch weiterhin den Mund aufmachen, wenn sie Schieflagen im Land erkennt. Bei der Jahreshauptversammlung des Kreisverbands tat das Präses Armin Spießl: Er hielt eine flammende Rede gegen antichristliche Hassparolen und eine "nationalistische Perversion des Heimatbegriffs". Flucht und Vertreibung seien der historische Normalfall. Dass Menschen eine Heimat suchten, sei schon biblisches Thema. "Es sind Geschichten von Suchen, Ankommen, die das Alte und Neue Testament prägen." Er erinnerte an Abraham, Josef, Moses und Jesus

So wichtig, wie nie zu vor. So sieht sich die KAB, die sich bei den kommenden Sozialtagen mit "Arbeit 4.0" befassen will. Von links: Alfons Ernstberger, Hermann Stadler, Herbert Ditz, Daniela Ernstberger, Gero Utz, KAB-Kreispräses Armin Spießl. Im Vordergrund die Instrumentalgruppe St. Johannes. Bild: Kunz
von Autor UZProfil

Noch keine hundert Jahre sei es her, dass Menschen in Folge des Zweiten Weltkrieges aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten geflohen seien. Jedes Mal habe es Vorbehalte gegeben. Jedes Mal seien aus den Vertriebenen Nachbarn, Freunde, Kollegen und vielleicht Verwandte geworden. Sie hätten vieles mitgebracht, was aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sei. Am Alltäglichsten: Pizza, Gyros oder Sushi. "Diese Vielfalt bereichert uns. Noch mehr aber die Begegnung mit den vielen unterschiedlichen Menschen."

Weiter betonte der Pfarrer die nationalistische Perversion des Heimatbegriffs. Heimat sei für die meisten Menschen dort, wo sie sich wohlfühlten. "Wir brauchen keine Alternative für Deutschland oder Angst-frisst-Demokratie-Bewegung, sondern engagierte, mutige und tatkräftige Politiker, die auf der Grundlage der christlichen Werteordnung die Probleme hierzulande, europa- und weltweit anpacken, anstelle den Menschen mit antichristlichen und antidemokratischen Hassparolen und populistischen und rechtsradikalen Hetzereien und Nazisprüchen Angst und Grauen einzureden und so ein Gefühl der Unsicherheit und der Destabilität zu erzeugen."

Die Zahlen belegten nicht, dass mit der Einwanderung der letzten Jahre und Jahrzehnte die Kriminalität zugenommen habe oder dadurch eine unberechenbare Gefahr importiert worden sei. "Gemeinsam schaffen wir das. Das ist die richtige Einstellung."

Mit einer Bilderschau, präsentiert von Alfons Ernstberger, blickte die KAB Weiden zunächst auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Als großen Erfolg wertete Kreisvorsitzender Hermann Stadler den Stadtratsbeschluss Weiden als "Fair Trade Town" zu behandeln, der auf eine Initiative der KAB zurückging. Stadler ließ Unterschriftenaktionen gegen TTIP und CETA, das Eintreten der KAB für die Mütterrente, Grundsicherung für Kinder und gegen verkaufsoffene Sonntage Revue passieren. Aktuell zählt der Verband 474 Mitglieder.

Mit den Bundestagsabgeordneten Uli Grötsch (SPD) und Albert Rupprecht (CSU) habe man über die Rente diskutiert. Im September habe man einen Brandbrief zum Thema Mütterrente an alle Bundestagsfraktionen geschickt. "Wir werden auch in Zukunft unsere Meinung sagen und den Finger in die offene Wunde legen." Bei all der erfolgreichen Arbeit, dürfe nicht übersehen werden, dass es immer schwieriger werde, Leute zu finden, die in einer Vorstandschaft mitarbeiten. Dies habe sich beim Verband St. Josef ausgewirkt, der mit Weiden-Ost fusionierte. In St. Konrad ist ein Lenkungsausschuss tätig.

Gerade in einer Zeit wie heute sei eine starke KAB wichtiger denn je. "Wir setzen uns ein für das KAB Rentenmodell, des arbeitsfreien Sonntags, für ein Grundeinkommen, für die Humanisierung der Arbeitswelt." Mit der Roten Ehrennadel wurden Präses Johannes Lukas, Daniela Ernstberger und Herbert Dietz ausgezeichnet.

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