08.10.2017 - 19:14 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Florian Jäger radelt 4500 Kilometer nach Georgien Weitradler erobert Kaukasus

4500 Kilometer weit weg ist Georgien im Kaukasus. Florian Jäger weiß das ziemlich genau, denn er hat die Strecke mit seinem Rad völlig allein in 120 Tagen bewältigt. Beim Alpenverein berichtet der Weitradler von seinen Erlebnissen.

Ein besonderes Erlebnis fesselt den Weitradler in Kapadokien: In den Morgenstunden werden viele Ballon-Rundflüge angeboten. Da es in den beiden Tagen zuvor nebelig war, waren besonders viele Ballonfahrer unterwegs. Bilder: exb (2)
von Externer BeitragProfil

(fei) Nach dem Slogan "Der Weg ist das Ziel" hatte sich Jäger bewusst viel Zeit genommen, um die Tour genießen und im Wortsinn "erfahren" zu können. Nachhaltig haben ihn die große Gastfreundschaft und der direkte Kontakt mit den Einheimischen beeindruckt. Obwohl er mit Zelt, Isomatte, Schlafsack und Kochgeschirr optimal ausgerüstet war, um autark und kostengünstig unterwegs zu sein, hat er die eine oder andere spontan ausgesprochene Einladung gerne angenommen und somit einen tieferen Einblick in fremde Kulturen gewonnen.

Auf 3300 Meter

Durch seine eindrucksvollen Fotos und seinen lockeren Vortrag gelang es Jäger, die Zuhörer gleichzeitig in seinen Bann zu ziehen und die Reiselust zu wecken. Natürlich war die Tour nicht immer ein Selbstläufer für ihn. Er hatte es mit fremden Sprachen, Orientierung, bisweilen chaotischem Straßenverkehr und vermeintlichen Hauptstraßen, die eher Feldwegen glichen, zu tun. Auch schlechtes Wetter, starke körperliche Beanspruchung oder schlicht schweißtreibende Anstiege waren quasi der Preis für beeindruckende Panoramablicke auf die tiefblaue Adria oder schroffe Gebirgszüge und für den Stolz über 3300 Meter hoch gelegene Pässe "per pedale" bewältigt zu haben. Oft ergab sich auch durch eine "erzwungene Pause" eine nette Begegnung. Gerade in der Türkei fand er meistens jemand, der Deutsch sprechen konnte (oft pensionierte Gastarbeiter). Es gab viele Eindrücke, die auch nach der Tour im Gedächtnis bleiben und ein Gefühl tiefer Zufriedenheit geben.

Wie Jäger berichtete, haben wohl die Eltern bei gemeinsamen Radtouren entlang der Donau oder am Inn die Grundlagen für seine späteren Radreisen gelegt. Als Teenager bewältigte er mit dem Mountainbike regelmäßig die Berge, und während seines Geografiestudiums in München unternahm er längere Touren durch Island und Norwegen. Nach dem Studium tourte er für ein halbes Jahr durch Südamerika, bevor ihn der Job für fast neun Jahre in Innsbruck festhielt. Während dieser Zeit reifte der Wunsch in Jäger, erneut auf eine längere Tour zu gehen.

Die zahlreichen Zuhörer quittierten den gelungenen Vortrag mit kräftigem Applaus und löcherten Jäger anschließend mit Fragen zu vielen Details, die er gerne beantwortete.

Fortsetzung am Dienstag

Die Route hatte Jäger vorab detailliert ausgetüftelt. Sie führte ihn über Österreich, Italien und dann zunächst an der dalmatinischen Küste entlang: Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro. Albanien durchquerte er quasi von Nord nach Süd bevor es in Richtung Osten weiterging. Über Mazedonien, Griechenland, Bulgarien und die Türkei ging es schließlich nach Georgien und noch weiter. Aber darüber wird Jäger im zweiten Teil seines Vortrages am Dienstag, 10. Oktober, ab 20 Uhr im Weidener Postkellersaal berichten.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp