28.09.2017 - 13:42 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Foto eines Schwammerlsuchers gibt Rätsel auf Keine Leiche im Tunnel

Ein Schwammerlsucher fotografiert in einem alten Tunnel. Als er die Bilder zu Hause anschaut, entdeckt er auf den Aufnahmen eine Hand samt Unterarm. Er vermutet ein Verbrechen und verständigt die Polizei.

Ein gruseliger Anblick, aber keine menschlichen Überreste. Bilder: Schönberger (2)
von Michaela Lowak Kontakt Profil

Der Stollen, in dem angeblich eine Leiche liegen soll, befindet sich in der Nähe der Aussichtsplattform in Flossenbürg. Diese bietet einen eindrucksvollen Blick auf den Steinbruch. Eine Hinweistafel informiert die Besucher, dass hier einst KZ-Häftlinge geschuftet haben. Im Dickicht hinter einem alten Schuppen hofft der Spaziergänger Pilze zu finden, doch stattdessen fällt ihm der Eingang zu einem Tunnel auf. Die Neugier treibt ihn hinein in den alten Stollen, der im Zweiten Weltkrieg angeblich den Messerschmidt-Arbeitern als Schutz bei Bombenalarm gedient haben soll.

Als der Naturfreund seine Fotoausbeute zu Hause genauer ansieht, bekommt er einen Schrecken. Kann das eine Hand sein, die da aus dem Boden ragt? Die Polizei nimmt seine Befürchtungen ernst und lässt den Zugang zum Schacht zunächst einmal verschließen.

Mitarbeiter des Bauhofs Flossenbürg sägen Bretter zurecht und machen den Eingang dicht. Das Gelände gehört dem Freistaat Bayern. Am Donnerstagvormittag nimmt sich die Kripo Weiden der Sache an. Ein Beamter, ein Hundestaffelführer samt Hundedame "Rosi" und der Schwammerlsucher als Zeuge nehmen den Schacht genauer unter die Lupe. Die Männer tragen zum Schutz Helme, denn sie befürchten, dass sich aus der Decke Gesteinsbrocken lösen könnten.

Auf dem Boden liegt alles mögliche herum: Teelichter, Zigarettenstummel und längst verweste Tierschädel, aber keine Leiche. Es scheint, als ob an diesem Ort in der Vergangenheit so manche heimliche Party gefeiert worden war. "Rosi" schnüffelt eifrig, doch sie schlägt nicht an. Mit starken Lampen leuchten die Männer den Gang aus. Nichts! Die Befürchtungen, einen grausigen Fund zu machen, bewahrheiten sich nicht.

Doch was hat der Mann auf seinem Foto gesehen, was einem menschlichen Arm gleichkommen könnte? Fotoexperten vermuten einen Schlagschatten. Diese können entstehen, wenn im Dunkeln geblitzt wird. Laut Polizei sei die Qualität des Fotos, das im dunklen Schacht geschossen wurde, nicht besonders gut gewesen. Es hätte durchaus sein können, dass das Bild einen Arm zeigt. Letztendlich waren alle Beteiligten froh, dass keine Leichenteile in dem Tunnel lagen, sondern nur die Fantasie dem menschlichem Auge einen Streich gespielt hat.

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