27.09.2017 - 11:14 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Frauenkliniken in Weiden und Amberg mit umfassendem Angebot "Alles, was in Deutschland möglich ist"

Weiden/Amberg. Die Zusammenarbeit zwischen den Kliniken Nordoberpfalz und dem Klinikum St. Marien Amberg schreitet munter voran. Große Fortschritte dabei machen die beiden Frauenkliniken, unter anderem mit einem gemeinsamen Krebszentrum und einem Kinderwunsch-Zentrum. "Alles wird angeboten, was in Deutschland möglich ist." Der dies sagt, heißt Dr. Anton Scharl. Der Professor aus Amberg ist nach einer halbjährigen Anlaufzeit seit Juli offiziell und unbefristet Leitender Chefarzt der gynäkologisch-geburtshilflichen Standorte der beiden Kliniken und des Krankenhauses Tirschenreuth.

von Volker Klitzing Kontakt Profil

Hintergrund der Kooperation sind zweifellos die zunehmende Spezialisierung und damit verbunden die notwendigen Fallzahlen. Diese werden nur noch von größeren Einheiten erreicht. Auch die immer komplizierter und teurer werdende Technik spielt mit rein. Die Geräte können von zwei Partnern besser ausgelastet werden.

Über 3000 Geburten

Das Konzept sieht vor, dass die Ärzteschaft aller Standorte eine gemeinsame Einheit bildet. Bei jedem Patienten wird individuell entschieden, wie und wo er behandelt wird. Ziel dabei ist, dass der Arzt zum Patienten fährt. Und von denen gibt es eine ganze Menge. "Da kommen stationär 7000 zusammen", erläutert Scharl. "Damit gehören wir zu den größten Frauenkliniken Deutschlands." Und auch mit zusammen über 3000 Geburten pro Jahr rücken die Kliniken bundesweit in die Top 10 vor.

Scharl, der dienstags und freitags in Weiden vor Ort ist und hier ab 2018 auch Sprechstunden plant, bezeichnet das Konstrukt als "eine der komplettesten Kliniken". "Es gibt kein Krankheitsbild der Frau, das nicht behandelt wird." Man sei auch Endometriose-Zentrum. Behandelt wird dort eine zwar gutartige, aber äußerst unangenehme Wucherung der Gebärmutterschleimhaut. Als weitere Zentren nennt der Frauenarzt das Brustzentrum, das gynäkologische Krebszentrum, das Becken-Boden-Zentrum, das Perinatalzentrum und auch das Kinderwunschzentrum.

"Hier wird alles angeboten, was in der Frauenmedizin gegenwärtig Deutschland möglich ist", betont Scharl und verweist auf die intrauterine Insemination (Spermien werden direkt in die Gebärmutter eingespritzt) oder auf die Zeugung außerhalb des Körpers. Selbst an Krebs erkrankte junge Frauen können die Fruchtbarkeit erhalten, indem Eizellen entnommen und auf Eis gelegt werden. Bei der Erfolgsquote sei man mit an der Spitze in Deutschland. Auch in der Behandlung der Krebserkrankungen der Frau wird Amberg-Weiden laut dem Magazin Focus in Deutschland zu den Besten gezählt. Viele Krebsoperationen können als Schlüsselloch-Operationen durchgeführt werden mit deutlich weniger Belastung für die Frauen als bei einem großen Bauchschnitt. Das scheint sich rumzusprechen. Patientinnen kommen demnach auch aus München, Augsburg, Ingolstadt oder Würzburg.

Neben den Patienten hat der Leitende Chefarzt auch die Region im Auge. Der "begeisterte Oberpfälzer" will den ländlichen Raum stärken. "Solche Zentren soll es nicht nur in Großstädten geben. Die Landbevölkerung hat das Anrecht auf die gleiche gute medizinische Qualität vor Ort wie die Bewohner von Großstädten." Deshalb hält es Scharl auch für wichtig, in Fachgremien vertreten zu sein. So ist der 60-Jährige im erweiterten Vorstand der Deutschen Krebsgesellschaft, er ist Vizepräsident der deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Vorsitzender der Arbeitsgruppe gynäkologische Onkologie.

"Echt gute Klinik"

Nach einem guten halben Jahr ist sich Scharl sicher, dass die Zusammenarbeit der Frauenkliniken eine echte Bereicherung darstellt. Sowohl von der Ausstattung als auch vom Personal in Weiden ist er begeistert. "Das ist eine echt gute Klinik." Seine Aufgabe ist es unter anderem, die Standorte zusammenzuführen und die Aufgaben zu koordinieren. Außerdem stellt er natürlich seine medizinische Kompetenz zur Verfügung. Abgesehen davon stehen nach wie vor an den Standorten Weiden mit Dr. Albert Roßmann und in Tirschenreuth (neu) mit Dr. Michael Rüth kompetente Chefärzte mit ihren Teams für ein hohes Maß an medizinischer Versorgungsqualität.

Scharl selbst wusste schon mit 13 Jahren, dass er mal Arzt werden wollte. Während des praktischen Jahres an der Uniklinik Erlangen habe dann die Fachrichtung Gynäkologie und Geburtshilfe immer mehr Gestalt angenommen. Seit bald18 Jahren ist der gebürtige Amberger nun Chefarzt. Seine Devise: "Mir geht es um den ganzen Menschen, nicht nur um ein Organ." Seine Freizeit verbringt der Professor mit Lesen, Radfahren und Reisen.

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