Fraunhofer-Gesellschaft kommt nach Weiden
Cyberlabor bringt Ritterschlag

Am 13. Januar startet das Lernlabor. Im September ziehen die Wissenschaftler dann in das E-House um. An der Zukunft der OTH bauen (von links): Dr. Wolfgang Weber, Abgeordneter Albert Rupprecht, Professor Alfred Höß, Präsidentin Andrea Klug, Professor Wolfgang Renninger, Ludwig Zitzmann, Vorsitzender der Sparkasse und Professor Andreas Aßmuth. Bild: Konrad

Die größte europäische Forschungsorganisation kommt nach Weiden: Die Fraunhofer-Gesellschaft eröffnet ein Lernlabor für Cybersicherheit. Demnächst könnten deshalb Firmen-Server gehackt werden.

"Was bringt mir IT-Sicherheit?" Diese Frage will Professor Andreas Aßmuth den Unternehmen der Region beantworten. Er übernimmt die neu geschaffene Professur des Lernlabors Cybersicherheit. Insgesamt sechs Lernlabore öffneten seit Oktober bundesweit. An der Ostbayerischen Technischen Hochschule fällt der Startschuss am 13. Januar. "Weiden ist der einzige Standort der neuen Einrichtungen in Süddeutschland", freut sich Hochschulpräsidentin Professor Andrea Klug beim Pressegespräch am Freitag.

Träger des Labors ist die Fraunhofer-Gesellschaft. Es ist die größte Organisation für angewandte Forschung in Europa. Klug bezeichnete die Ansiedlung von Fraunhofer als "Ritterschlag für den Hochschulstandort". Der Bund fördert das Projekt jährlich mit etwa einer Million Euro. Es läuft bis Ende 2018.

Sicherheitslücken schließen

Aßmuth weiß bereits, wie er den Unternehmen IT-Sicherheit näherbringen will: Er richtet ein Hacking-Labor ein. "Wir wollen das mobil halten. Wir fahren mit Schulungskoffern zu Unternehmen." Vor Ort will er in deren Systeme einbrechen, um Schwachstellen offen zu legen. "Ich glaube, dass man zu mehr Sicherheit kommt, wenn man ein System auch aus der Sicht des Angreifers betrachtet."

Neben dem Arbeitsbereich IT-Sicherheit von Aßmuth wird Weiden für alle sechs Labor-Standorte in Deutschland Konzepte für E-Learning entwickeln. Dekan Professor Wolfgang Renninger will dafür mit der Medientechnik zusammenarbeiten. "Wir wollen Trainingseinheiten für mittelständische Unternehmen entwickeln."

Fraunhofer in die Fläche

Für das Lernlabor hat sich Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht in Berlin stark gemacht. "Für mich als forschungspolitischer Sprecher war klar: Das ist meine Aufgabe." Auf einem Fest kam er mit CDU-Kollegen Michael Kretschmer aus Sachsen ins Gespräch. "Fraunhofer hat Ahnung, aber die bekommen es nicht in die Fläche", hätten sie festgestellt. Gemeinsam besuchten sie den Direktor der Gesellschaft. Die Verhandlungen waren erfolgreich. Der Qualität der Hochschule sei es zu verdanken, dass das Forschungsinstitut nach Weiden kommt, betont Rupprecht. "Ich habe euch die Tür aufgemacht, aber durchgegangen seid ihr." Im September 2017 soll das Lernlabor ins fertige E-House ziehen.

Klug und Renninger betonen, das Lernlabor arbeite fächerübergreifend. Die Distanz zu den Fakultäten Elektrotechnik, Medien und Informatik sowie Maschinenbau und Umwelttechnik in Amberg sei kein Problem. "Viele Kollegen sind an beiden Standorten tätig", sagt Klug.

Für Rupprecht ist die Eröffnung des Labors in der Max-Reger-Stadt der Erfolg seiner Politik: "Ich will das in Weiden haben. Dafür habe ich mich eingesetzt. Schön, wenn sich auch in Regensburg was tut. Da kann sich aber der MdB-Kollege drum kümmern."
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