14.03.2018 - 20:00 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Freizeitangebote für psychisch Erkrankte in der Caritas-Beratungsstelle für seelische Gesundheit Werken, um zu vergessen

Karlheinz Zeitler ist gelernter Holzformenbauer. Neben seinem Beruf als technischer Zeichner hilft er psychisch Erkrankten dabei, sich abzulenken - ehrenamtlich. Einmal im Monat organisiert er für die Caritas-Beratungsstelle für seelische Gesundheit ein Freizeitangebot: zum Beispiel Fotografieren oder Werken.

Für Ostern werden in der Freizeitgruppe der Caritas-Beratungsstelle für seelische Gesundheit Holz-Ostereier bedruckt. Karlheinz Zeitler (rechts) leitet die Gruppe. Bild: sbü
von Siegfried BühnerProfil

"Über einen Zeitungsbericht vor fünf Jahren bin ich auf die Caritas-Beratungsstelle aufmerksam geworden", erinnert sich Zeitler. Für das dortige Freizeitangebot wurden ehrenamtliche Helfer gesucht. Die Aufgabe: Freizeitangebote für psychisch Erkrankte.

Seitdem leitet der technische Zeichner mindestens einmal im Monat solch eine Freizeitgruppe. Zeitler bietet neben Foto-Workshops, Nordic Walking-Kursen, Schmuckherstellung, Steinbildfertigung auch kreative Holzarbeiten an. Gerade vor Ostern ist da die Gestaltung von farbigen Ostereiern aus Holz sehr gefragt. "Von der Arbeit mit den Menschen profitiere ich selbst sehr viel", stellt Zeitler fest. Und er bekommt viel positives Feedback von den Gruppenteilnehmern - "übrigens meist mehr Frauen als Männer", berichtet der Ehrenamtliche.

"Ohne die ehrenamtlichen Helfer wäre unser Freizeitangebot nicht möglich", sagt Diplom-Sozialpädagogin Elke Lehner von der Beratungsstelle für seelische Gesundheit. Ihr Betreuungskonzept stehe auf zwei größeren Säulen. Sozialpsychiatrische Betreuung durch Fachkräfte werde ergänzt durch aktive Betätigung in der Freizeit.

"Werken und Basteln lenkt stark von der Krankheit ab", sagt Lehner. Ihren ehrenamtlichen Helfer Zeitler und seine fünf Kollegen dankt und lobt sie. "Aber wir brauchen unbedingt noch mehr davon." Die Nachfrage nach Betätigungsmöglichkeiten sei unter den Hilfesuchenden der Beratungsstelle viel größer als das Angebot. Deshalb würden dringend Personen gesucht, die ein- oder mehrmals im Monat sich mit den von der Beratungsstelle betreuten Menschen Freizeitaktivitäten unternehmen. Dazu müsse man bestimmt kein Psychologe sein, betont Lehner und Zeitler bestätigt dies. "Nur ein bisschen Einfühlungsvermögen ist notwendig", sagt Zeitler. Über die Krankheiten würde in den Gruppenstunden nicht gesprochen. "Fast jeder hat doch ein Hobby oder eine Fähigkeit, die er auch anderen Menschen zeigen kann", sagt der Ehrenamtliche. Handwerk komme genauso in Betracht wie Musizieren, Kochen, Malen, Sprachen lernen oder leichten Sport treiben.

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