08.05.2017 - 20:06 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Gastronomen am Unteren Markt müssen Tische beim Maibaum-Aufstellen räumen Wütende Wirte

Das Wetter passt. Und zu sehen gibt es auch noch einiges. Beste Zutaten fürs Mittagessen am 1. Mai in einem der Lokale am Unteren Markt. Während die Besucher vor vollen Tellern sitzen, wird plötzlich der Außenbereich geräumt. Der Ärger bei Gästen und Gastronomen ist groß.

Gespannte Besucher auf der einen Seite, wütende Gastronomen auf der anderen. Die Wirte klagen, erst kurz vor der Veranstaltung informiert worden zu sein, dass sie ihre Tische wegräumen müssen. Bild: exb
von Franz Kurz Kontakt Profil

(fku/juh) Etliche Tische im Außenbereich des "La Vita" waren reserviert, wie Gastronom Marcello de Vita berichtet. Die Gäste erwartete nicht nur Pizza, sondern auch ein Platz in der ersten Reihe, weil der Heimatring gleich nebenan den Maibaum aufstellte. Allein, es wurde nichts draus. Laut de Vita bekam sein Lokal zunächst die Order, es müsse zwei der Stuhlreihen draußen abbauen. Aus Sicherheitsgründen, während des Baumaufstellens. Um 12 Uhr habe es dann geheißen, alle Gäste müssten den Außenbereich verlassen. Für de Vita ein Unding. Denn die einen hätten gerade bestellt, andere schon ihre vollen Teller vor sich gehabt, als sie ihren extra reservierten Platz plötzlich räumen mussten. Entsprechend groß sei der Ärger gewesen. "Die sind sauer gegangen", berichtet der Gastronom.

Vorher keine Probleme

Das "La Vita" selbst habe bis zum Ende der Sperrung am Nachmittag keinen Umsatz gemacht. Der Inhaber: "Das hat mein Lokal beschädigt." Nicht nur seins. Auch andere Restaurants auf der Nordseite des Unteren Markts hätten draußen zusperren müssen. In den Jahren davor habe es mit der Außenbestuhlung beim Aufstellen nie Probleme gegeben.

De Vita ist nicht nur verärgert, weil die Räumung unangekündigt gekommen sei - andernfalls hätte er seinen Gästen ja von vorneherein absagen können. Ihm stößt auch auf, dass die Sperre aus seiner Sicht nicht mit Sicherheitsgründen zu rechtfertigen ist: Die Südseite war etwa ab der Mitte des Platzes freigegeben. Bis zur Absperrung drängten sich die Schaulustigen zuhauf. Als der Baum angehoben wurde, seien sie beinahe darunter gestanden. Während de Vitas Außensitze, die weiter entfernt waren, verwaist blieben.

De Vita wendete sich deshalb am Montagmorgen mit einem Brief, den auch drei weitere Gastronomen unterzeichnet hatten, an Oberbürgermeister Kurt Seggewiß. Darin protestiert er nicht gegen das Maibaumaufstellen an sich. Vielmehr fordert er, künftig früher informiert zu werden. Außerdem will er, dass sich der OB dahingehend erklärt, dass die Ursache für den Ärger der Restaurant-Gäste nicht bei den Wirten liege.

Doch wer hat nun was wann verordnet? Letztlich geht das Ganze zurück auf eine Anordnung der Verkehrsbehörde. Demnach war beim Baumaufstellen der Gefahrenradius - nämlich die Umgebung um den Kran und dessen Ladung - abzusperren. Die Anordnung, die es die Jahre zuvor nicht gegeben hatte, geht zurück auf einen Wunsch des THW. Dessen Ortsbeauftragter Andreas Duschner nennt zwei Gründe. Zum einen hätte man schon in den Jahren zuvor die Außenbereiche auf der Nordseite besser absperren sollen. Als dann weitere Tische von Restaurants hinzugekommen seien, habe sich das Problem noch verschärft.

Pöbelnde Schaulustige

Zum anderen hätten sich früher Jugendliche des THW um die Absperrungen gekümmert und dabei unschöne Erfahrungen gemacht: Schaulustige hätten die jungen Ehrenamtlichen "blöd angesprochen". Deshalb habe das THW auf eine klare Regelung gepocht.

Günther Magerl, Chef des Heimatrings und Mitveranstalter, versteht die Aufregung der Gastwirte nicht. Schon am 29. April, als der Osterbrunnen abgebaut wurde, seien Mitglieder des THW in jedes Lokal am Unteren Markt gegangen, um die Betreiber über die Veranstaltung am 1. Mai zu informieren. "Dabei wurde ihnen gesagt, dass wir Platz für unseren Leiterwagen brauchen und sie ihre Tische zurückstellen müssen."

Zudem habe er sich am 28. März an Oberbürgermeister Seggewiß mit der schriftlichen Bitte gewandt, die Gastronomen darauf hinzuweisen, dass die Feuerwehr Platz brauche, um den Baum anzuliefern. "Der Brief liegt uns vor", bestätigt Petra Vorsatz vom Amt für Kultur, Stadtgeschichte und Tourismus. Ihre Kollegen von der Abteilung Sondernutzung hätten sich darum gekümmert. "Ich gehe davon aus, dass entsprechende Schreiben an die Wirte rausgegangen sind." De Vita bestreitet, im Vorfeld informiert worden zu sein. "Ich habe weder einen Brief bekommen noch mit jemandem vom THW gesprochen. Erst eine halbe Stunde vor der Veranstaltung wurden wir darauf hingewiesen. Da war es zu spät."

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.