Generationen-Spieplätze in der Region: Nicht überall klappt es
Auch Senioren wollen spielen

Bei schönem Wetter trainieren die Senioren vom Reha-Zentrum in Waldsassen auf einem Generationen-Spielplatz. Pressath und Neustadt/WN bauen ihre Spielplätze gerade entsprechend aus. In Weiden ist das Projekt ins Stocken geraten. Bild: kdi
 
Nur weil man ein teures Trimm-dich-Gerät für Senioren aufstellt, heißt es nicht, dass sie das benutzen. Besprüht und verwaist steht das Sportgerät in Weiden. Bild: gsb

Die Jungen schaufeln im Sand und rutschen. Die Alten trainieren Knie und Hüfte. Jeder spielt auf seine Art und trotzdem zusammen, das ist das Konzept eines Generationen-Spielplatzes. Das klappt nicht überall.

Weiden/Pressath/Neustadt. "Die Menschen werden immer älter bei uns", sagt Pressaths Bürgermeister Werner Walberer. "Wir wollen mit der Zeit gehen." Der Spielplatz vor dem Haus der Gemeinde wird deshalb mit zwei Bewegungsgeräten für Senioren ausgebaut. "Wenn die Großeltern mit den Enkelkindern dort sind, können sie sich körperlich ertüchtigen." Im Frühjahr soll der Spielplatz für Alt und Jung in Pressath fertig sein.

Seniorenspielplätze sind anscheinend gerade Trend in der Oberpfalz. Auch Neustadt/WN baut gerade zwei Kinderspielplätze zu generationsübergreifenden Spiel- und Fitnessparks um für 65 000 Euro. "Wir wollen die Generationen nicht separieren", erklärt Bürgermeister Rupert Troppmann den Vorstoß. In zwei Wochen etwa soll die Sanierung abgeschlossen sein. Dann steht die Aktiv-Station Hüft- und Rückentraining neben Rutsche und Kletterpyramide. Barrierefrei seien die Spielplätze ja ohnehin, sei es für Kinderwagen oder Gehwägelchen. Den Neustädtern liegen Spielplätze offenbar besonders am Herzen. Ein Ehepaar, das unbekannt bleiben will, spendete 10 000 Euro für Spielgeräte. Troppmann will mit dem Geld Beschattungen für die Sandkästen anschaffen.

"Pleite" in Weiden

Auch in Weiden sollte mal ein Generationen-Spielplatz gebaut werden. "Die CSU hatte 2008 einen Antrag an die Stadtratsfraktion gestellt", erinnert sich der Seniorenbeauftragte der Stadt Alfons Heidingsfelder. Nachdem die Anfrage mehrmals verschoben wurde, stimmt der Stadtrat einer Förderung von 50 000 Euro zu. Doch anstatt einen Generationenspielplatz zu bauen oder Sportgeräte für Senioren auf einen bestehenden Spieplatz zu stellen, wurden die Geräte in der Stadt verteilt.

"So ein Gerät kostet 6000 bis 10 000 Euro", weiß Heidingsfelder. Zwei davon stehen im Max-Reger-Park. Einsam stehen sie inmitten der Grünflächen, quietschend und leidlich funktionsfähig. "Das ist eine Pleite", sagt Heidingsfelder. Wenige bis gar keine Senioren würden die Geräte nutzen. "Da hängen kleine Kinder dran und übermütige Jugendliche." Auch Susanne Meichner, Leiterin des Seniorenzentrums Maria-Seltmann-Haus, sagt: "Die Geräte sind total verwaist."

Als Gründe vermutet Heidingsfelder: "Wer Sport machen will, geht zum Verein. Wegen zwei Geräten geht kein Senior extra in den Park." Auch sei der Zugang zum Park und zu den Geräten nicht gerade einfach zu erreichen für ältere Menschen. "Das ist ja mit den Geräten nicht getan. Die Leute brauchen auch eine Bank für Brotzeit oder Schachfiguren, damit sie sich gerne dort aufhalten", empfiehlt Heidingsfelder. Er hätte schon eine Idee für einen Platz: Das Schätzlerbad in Weiden. Bis dahin rotten die Trimm-dich-Geräte in Weiden im Wert von mehreren Zehntausend Euro weiter vor sich hin.

Spielplatz bei Reha-Klinik

Waldsassen hat seit fünf Jahren einen Generationen-Spielplatz. Er liegt unterhalb der orthopädischen Reha-Klinik. Eigentlich ideale Voraussetzungen, denn viele Senioren sind in der Klinik untergebracht. Aber Chefärztin Elisabeth Eißner sagt: "Die Geräte werden weniger genutzt als wir uns das gewünscht haben." Die Outdoor-Gruppe sei dort an schönen Tagen. Doch es komme darauf an, wie fit die Patienten sind. "Vielen fehlt es an Balance, da ist etwa das Nordic-Walking-Gerät zu schwer. Andere sind frisch operiert." Ob auch Waldsassener die Geräte nutzen, kann die Ärztin nicht sagen. Das Prinzip eines Mehrgenerationen-Spielplatzes findet sie gut.
1 Kommentar
6
Rosemarie Thumfart aus Schwarzenbach | 05.07.2017 | 12:35  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.