Gericht spricht Urteil: Zwei Jahre auf Bewährung
Crystal für Eigenbedarf

Im Juli war der 26-Jährige mit knapp 27 Gramm Methamphetamin erwischt worden. Jetzt kassierte er dafür vor Gericht zwei Jahre Freiheitsstrafe auf Bewährung.

Eine Zollstreife war an der Grenze auf den Audi mit Münchener Kennzeichen aufmerksam geworden und hatte den Wagen mit vier Insassen dann im Stadtgebiet von Waldsassen kontrolliert. Beim Fahrer verlief ein Drogenwischtest positiv. Bei der anschließenden körperlichen Durchsuchung fanden die Beamten das Päckchen mit dem Rauschgift an der Innenseite seines Oberschenkels. Die drei Mitfahrerinnen versicherten glaubhaft, dass sie davon nichts gewusst hatten. Vor dem Schöffengericht räumte der Angeklagte über seinen Verteidiger Christian Bärnreuther (München) die Tat grundsätzlich ein. Das Crystal sei aber für den Eigenbedarf gewesen. Er bedauere die Tat sehr. Fünf Monate U-Haft, während denen seine Tochter zur Welt gekommen sei, seien ihm eine Lehre gewesen und hätten ihn hart getroffen.

Keine Hinweise auf Handel

Die Kriminalpolizei hatte auf den beschlagnahmten Handys keinerlei Hinweise auf Handeltreiben gefunden. Die Beamten berichteten, dass der Angeklagte während der Vernehmungen kooperativ gewesen sei. Das alles und besonders sein Geständnis rechnete ihm Staatsanwalt Rene Doppelbauer hoch an.

Glück gehabt habe der Angeklagte, weil der "Stoff" relativ schlecht gewesen sei, stellte Doppelbauer fest. Denn deshalb war die festgestellte Wirkstoffmenge "nur" das 2,3-fache der "nicht geringen Menge". Die gesamten Umstände rechtfertigten die Annahme eines "minder schweren Falls" und somit die Unterschreitung des Strafrahmens für Rauschgiftschmuggel in nicht geringer Menge, der von zwei bis 15 Jahren reicht. Der Anklagevertreter plädierte auf zwei Jahre, die zur Bewährung ausgesetzt werden sollten.

Rechtsanwalt Bärnreuther betonte, sein Mandant habe sozial eingeordnet gelebt und gearbeitet. "Er hat seine Lektion gelernt." Der Verteidiger hielt eineinhalb Jahre auf Bewährung für angemessen. Amtsgerichtsdirektor Gerhard Heindl und die Schöffen urteilten gemäß dem Antrag Doppelbauers. Zusätzlich muss der Verurteilte 60 gemeinnützige Stunden ableisten und sich während der dreijährigen Bewährungszeit Drogen-Screenings unterziehen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.