Gesundheitsamt hat noch keinen Verdacht [Aktualisierung]
Salmonellen-Fälle in Stadt Weiden und Landkreis Neustadt/WN

(Foto: Daniel Bockwoldt/dpa)

Paula (17, Name geändert) besucht mit ihrer Freundin und zwei Jungs am Samstag vor zwei Wochen eine gutbürgerliche Gaststätte in Weiden. Die Mädchen essen Salat, die jungen Herren Schnitzel. Das Ergebnis: Den Kerlen geht es gut, die beiden Schülerinnen klagen tags darauf über Übelkeit, Durchfall und Fieber. Paula kann nicht in die Schule und muss sogar eine Nacht in die Kinderklinik.

Eine Stuhlprobe nach vier Tagen bestätigt den Verdacht: Salmonellen. "Sollte sich herausstellen, dass der Wirt bei der Hygiene geschludert hat, überlege ich mir eine Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung", sagt Paulas Vater. Die Lebensmittelüberwachung der Stadt kennt die Fälle. Die Gaststätte ist weiter geöffnet. "Sie wurde unverzüglich aufgesucht und kontrolliert. Dabei konnten keine wesentlichen Hygienemängel festgestellt werden", heißt es in einer Stellungnahme der Stadt. Zudem muss das Personal des Lokals Stuhlproben abgeben.

Dem Gesundheitsamt liegen laut Stand Dienstagabend 14 Salmonellenfälle mit Laborbefund aus Weiden und dem Landkreis vor. Zudem weiß die Behörde von 5 weiteren Personen mit typischen Symptomen. Manche mussten deswegen ins Krankenhaus. Dem Vernehmen nach weisen einige auf die Gaststätte hin. Auch eine Reisegruppe hat es dort erwischt.

Andere haben nichts mit einem Lokalbesuch, der in einem zeitlich passenden Zusammenhang steht, zu tun. "Die Ermittlungen werden in alle Richtungen geführt", heißt es fast kriminologisch aus dem Landratsamt. Mikrobiologische Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen. Das Gesundheitsamt interessiert sich vor allem dafür, was und wo die Infizierten gegessen haben.

Das ist schwierig. Wer weiß noch, welche Zutaten in den vergangenen zwei Wochen den Salat aufgepeppt haben? Wann er Fleisch oder Fisch genossen hat, der nicht durchgebraten war? Und in welcher Nachspeise war rohes Eigelb verarbeitet? Zudem gibt es unterschiedliche Arten von Salmonellen und unterschiedliche Inkubationszeiten. Was inzwischen feststeht: Paula geht es wieder besser.


Aktualisierung: Gesundheitsamt ohne Verdacht
Nach und nach laufen die Ergebnisse der Laboruntersuchungen auf Salmonellen und die von den Betroffenen ausgefüllten Fragebögen beim Gesundheitsamt ein. Wie berichtet, gab es Ende Juni rund 20 Infektionsfälle in der Region, ein Großteil davon hing mit einem Gaststättenbesuch in Weiden zusammen. All diese Daten werden allmählich zusammengeführt. Die Zwischenstände aus dem Labor werden vom Gesundheitsamt und der Lebensmittelüberwachung der Stadt Weiden bewertet. "Wir werden sehr gründlich vorgehen, teils werden Nachfragen bei den Betroffenen erforderlich sein", teilt Claudia Prößl, Sprecherin des Landratsamts, mit. Deshalb könne es noch dauern, bis möglicherweise feststeht, wie es zu der kleinen Infektionswelle gekommen ist.
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