18.03.2018 - 20:00 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Greenpeace-Aktivist Luis Scheuermann im Postkeller-Saal "Die grüne Lunge der Welt"

So schön und so bedroht: Biologe und Greenpeace-Aktivist Luis Scheuermann beschreibt bei seiner Fotoshow im Postkeller-Saal, in welcher Gefahr die brasilianische Natur schwebt.

Greenpeace-Aktivist Luis Scheuermann forschte jahrelang in Brasilien. Nun teilt er seine Erfahrungen als Umweltschützer mit Interessierten im Postkeller-Saal. Bild: eig
von Redaktion OnetzProfil

Scheuermann hatte jahrelang in Brasilien geforscht und unternahm Fotoexpeditionen quer durch den Amazonas-Regenwald, die Küstenregion Mata Atlântica oder das Sumpfgebiet Pantanal. Auf Einladung von Greenpeace Weiden zeigte er Bilder von betörender Schönheit neben Aufnahmen verstörender Naturzerstörung. Immer wieder unterstrich Scheuermann die Bedeutung des Regenwaldes. "Der Amazonas ist in etwa so groß wie ganz Westeuropa. Die Wälder dort sind die grüne Lunge der Welt", sagte Scheuermann. Je mehr dort für Rinderherden oder den Soja-Anbau gerodet werde, desto stärker würden die Klima-Kreisläufe der Region durchbrochen. "Denn das Amazonas-Gebiet macht sein Klima selbst. Noch", warnte Scheuermann.

Doch die Zerstörung der Regenwälder sei ungebrochen. In der Nähe von Manaus, einer Metropole inmitten des Amazonas, sei zum Beispiel ein Fluss von der Größe des deutschen Rheins vollständig ausgetrocknet. Und im Regenwald selbst sei inzwischen ein Fünftel der ursprünglichen Fläche unwiederbringlich vernichtet. "Das kann gar nicht ohne Folgen für das Klima bleiben", so prophezeite der Experte.

Doch was geht es das ferne Westeuropa an, wenn die Brasilianer ihre Naturparadiese, von denen einige noch niemals von einem Menschen betreten wurden, zerstören? Wenn sie Arten vernichten, die noch nicht einmal bekannt sind, und indigene Naturvölker vertreiben? "Sehr viel", sagte Scheuermann mit Verweis auf die klimarelevante Bedeutung dieser riesigen Wälder. Und was kann der Westen tun? Den Worten Scheuermanns zufolge ebenfalls eine ganze Menge: "Unser Lebensstil beeinflusst unmittelbar die Rindfleisch- und Soja-Produktion." Folglich liege es in der Hand des Verbrauchers, auf diese Weise produziertes Fleisch nicht mehr zu kaufen.

Wie sehr es sich lohne zu kämpfen, versuchte Scheuermann am Beispiel des indigenen Volkes der Munduruku zu zeigen, das sich erfolgreich gegen ein Mega-Staudamm-Projekt gewehrt hat. Ein weiterer Lichtblick: Im Nationalpark Serra da Bodoquena habe man inzwischen erkannt, dass mit einer Natur, die man gewähren lässt, gutes Geld zu verdienen sei.

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