03.07.2017 - 16:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Großes Tier in Tachauer Straße Dem Wolf auf der Spur?

In der Tachauer Straße in Weiden-West streunt ein großes Tier herum. Ein Weidener fährt zufällig mit dem Auto vorbei und macht einen Schnappschuss. Sein Verdacht: Der Wolf ist nach Weiden gekommen.

Was ist das für ein Tier? Dieses Bild schoss ein Leser im Weidener Westen und stellte es der Redaktion zur Verfügung. Bild: exb
von Dominik Konrad Kontakt Profil

Es sei schwer gewesen, das Tier am Samstagmorgen zu fotografieren. "Besser ging es leider nicht, da er immer, wenn ich angehalten hab', sich versteckt und geduckt hat", teilt der Weidener der Redaktion per E-Mail mit. Hans Lehner stellt das schlechte Bild vor Schwierigkeiten. Er ist Mitglied im "Netzwerk große Beutegreifer". Der Jäger kann auf Anhieb nicht erkennen, ob es sich um einen Wolf handelt. Er reicht das Bild weiter an Manfred Wölfl.

Der "Wolf-Papst", wie Lehner ihn nennt, ist Ansprechpartner für Wildtiermanagement im Bayerischen Landesamt für Umwelt. Aufgrund der Gesichtsmaske sieht Wölfl das Tier als Hund an. Lehner vermutet, es gehöre einem Anwohner, der Familie Strauß. Doch Ralf Strauß, Inhaber der Strauß Bedachungs-GmbH, gibt an, so ein Hund sei ihm hier noch nie aufgefallen. "Er hat ja auch kein Halsband."

Wölfl leitet das Bild also noch mal weiter. An die DBBW, die offizielle Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf. Dort werden alle Sichtungen in Deutschland gelistet. Die Einschätzung der Experten ist eindeutig: "Körperproportionen, Fellfärbung und Schnauze lassen einen Hund erkennen." Es handelt sich nicht um einen Wolf.

Weitere Informationen: www.dbb-wolf.de/.

Was tun bei einer Wolfssichtung?

"Die Leute telefonieren überall herum", sagt Hans Lehner vom Netzwerk große Beutegreifer. Das mache die Sache kompliziert: "Bei einer Wolfssichtung rufen sie bei der Polizei an, beim Veterinär oder bei der Presse." Und wenn die Wolfsbeobachter beim Netzwerk anriefen, könnte er die Sichtung auch nur an die Untere Naturschutzbehörde weiterleiten. Wohin sollen sich die Bürger also wenden?

Am sinnvollsten sei es, bei der Polizei anzurufen, weil der Wolf unter Naturschutz steht, sagt Pressesprecher Alois Kopp von der Stadt Weiden. "Natürlich nehmen auch Veterinäramt und Untere Naturschutzbehörde eine Sichtung entgegen. Aber die Polizei ist 24 Stunden im Einsatz." Einen Wolf könne man ja zu jeder Uhrzeit sehen. Eine Meldung sei sinnvoll. Eine Meldepflicht gebe es aber nicht. (dko)

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