25.03.2018 - 18:40 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Haus- und Grundbesitzerverein Weiden zieht Bilanz Mit Macht gegen die Strabs

Rechtsanwalt Lutz Freiherr von Hirschberg, der Vorsitzende des Haus- und Grundbesitzervereins Weiden und Umgebung (HGVW), appellierte bei der Jahreshauptversammlung im Schlör-Saal an die Mitglieder, das Volksbegehren der Freien Wähler zur Abschaffung der Straßenausbaubeiträge zu unterstützen. "Wir Bürger haben Macht", sagte er. Der HGVW habe die Unterschriftenaktion mitgetragen, und Hubert Aiwanger habe knapp 190 000 Unterschriften beim zuständigen Ministerium eingereicht. 25 000 wären für die Zulassung nötig gewesen. "Wir müssen Dampf machen, denn treffen kann uns das alle."

Vorstand und Beirat des Haus und Grundbesitzervereins Weiden und Umgebung: V.l. Michael Hösl, Notarin Dr. Claudia Greipl, Barbara Kick, Vorstand Lutz Freiherr von Hirschberg, Stellvertreter Willibald Härning, Norbert Ziegler, Renate Hör und Heribert Schrott. Bild: Kunz
von Autor UZProfil

Jetzt müssten sich zehn Prozent der wahlberechtigten Bayern für das Volksbegehren aussprechen. Er glaube an eine echte Chance, die Beiträge zu kippen, sagte der Hausbesitzer-Chef. Aktuell bräuchten nach 2013 ergangene Forderungsbescheide nicht bezahlt werden.

In seinem Rechenschaftsbericht warnte von Hirschberg vor zu viel Defensive bei Rechtsstreitigkeiten. "Unser Ansinnen ist es, dass Sie zu uns möglichst früh kommen." So könne man sich in Stellung bringen. Im Berichtszeitraum hätten 910 Mitglieder die kostenlose Rechtsberatung in Anspruch genommen. 658 weitere Beratungen seien technisch gewesen. Von Hirschberg empfahl das Angebot der Bonitätsprüfung bei Neuvermietung und Erwerb von Mietverträgen zu nutzen: "Das Schlimmste, das man machen kann, ist, alte Verträge abzuschließen."

Im kommenden Jahr feiere der HGVW sein 110-jähriges Bestehen mit einer Jubiläumskreuzfahrt zum Schwarzen Meer und einem Classic Open Air auf Schloss Weihersberg mit dem Salonorchester Neustadt. "Wir wollen und brauchen aktive und interessierte Mitglieder." Sein Stellvertreter Willibald Härning habe ihm einen Mitgliederstand von über 4000 überlassen.

Notarin Claudia Greipl referierte über Vererbung und Leibrentenverträge. Sie ermunterte die Zuhörer, frühzeitig über die Überlassung der Immobilien im Wege der vorweggenommenen Erbfolge nachzudenken und im Vorfeld der Beurkundung den Familienrat einzuberufen. Der Notar erstelle dann einen individuellen Entwurf. Die häufigste Form der Übertragung sei der Nießbrauch. Der Beschenkte sei zwar Eigentümer aber nicht wirtschaftlicher Eigentümer.

Die Notarin beleuchtete die Möglichkeiten für Senioren ohne nahestehende Verwandte und nannte Umkehrhypothek, Verkauf gegen Nutzungsrechte oder Verkauf und Rückanmietung. "Jede Variante hat Vor- und Nachteile." Vorsorge sei kein einfaches Unterfangen. Aber es sei ein Zeichen von Verantwortung. Welche Probleme und Streitigkeiten sich nach einer Übergabe innerhalb der Familie entwickeln könnten, beleuchtete Rechtsanwalt von Hirschberg. "Die kommen dann zu uns." Niemand habe eine Glaskugel. "Es bedarf immer Menschen, die Charakter und Moral haben."

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