Hoffnung beim Schwimmverein platzt
Nachfolger abgesprungen

Dieser Sportler wagt den Sprung ins Wasser. Beim Schwimmverein steht dagegen noch kein Nachfolger für den Vorsitz auf dem Startblock. Bild: uz

Diese Woche wollte Reinhard Meier seinen Nachfolger benennen. Ein Elternteil aus der Sportabteilung hatte sich bereit erklärt, den Vorsitz des Schwimmvereins zu übernehmen. Die Hoffnung ist zerplatzt: "Er hat abgesagt", informiert Meier am Mittwoch.

Sollte nicht noch ein kleineres Wunder geschehen, ist der Schwimmverein ab November ohne Vorsitzenden. Damit müsste der SV aufgelöst werden. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung ist anberaumt. Das Schätzlerbad fiele an die Stadt - mit der Verpflichtung, das Bad als gemeinnützige Sportanlage für die Bevölkerung zu erhalten. So die Satzung.

Meier hatte seinen Rückzug schon im März angekündigt. Zu heftig empfand er die "politischen Querschläge". Diese hätten auch mögliche Nachfolger abgeschreckt: "Die sagen: Ich tue mir das nicht an, ehrenamtlich zu arbeiten und dann öffentlich durch den Kakao gezogen zu werden." Aus den Reihen der SPD und CSU sei ihm immer wieder schlechtes Wirtschaften unterstellt worden. Dabei erspare der Schwimmverein der Stadt viel Geld. Das durchschnittliche Freibaddefizit liege laut dem Deutschen Städtetag bei 7 bis 10 Euro pro Badegast. In Weiden also bei über 1 Million Euro. "Das kommt auf die Stadt zu, wenn es den SV nicht mehr geben sollte." Sein Posten sei von "diesen Personen" verbrannt worden. "Jetzt müssen sie schauen, ob sie jemanden finden."

Das ist nicht einfach. Der Kandidat, der zuletzt im Visier war, sei aufgrund der Entscheidung des Stadtrats zum Realschulbad abgesprungen. Wie berichtet hat der Weidener Stadtrat sich zu einer Renovierung des maroden Hallenbads entschlossen und will den Neubau erst gar nicht prüfen lassen, um keine Fördergelder zu verpassen. Das bedeutet, dass das Bad für einen Zeitraum von zwei Jahren nicht benutzbar ist. "Damit ist der Wassersport beim Schwimmverein in den nächsten zwei Jahren so gut wie tot."

Schon als das Realschulbad für zwei Monate für Reparaturen dicht machte, habe die Ausquartierung nach Weiherhammer über 30 000 Euro Kosten verursacht. "Jetzt reden wir von zwei Jahren." Die Schließung habe sogar Auswirkungen auf die Wasserballer, die sich in der Therme künftig mit zwölf anderen wassersporttreibenden Vereinen arrangieren müssen. Bei einem Neubau an anderer Stelle hätte der Schwimmbetrieb weiterlaufen können. Diese Aussichten hätten den potenziellen Nachfolger vergrault.

Dabei müsste der neue Vorsitzende noch nicht einmal unbedingt die Verantwortung für das Schätzlerbad übernehmen. Nach wie vor empfiehlt Meier, den Betrieb des Schätzlerbads in eine Betreibergesellschaft abzutrennen. (Angemerkt)
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