Im Februar beginnt Hauptverhandlung nach Überfall auf "Rio"-Wirt und seine Frau, im März das Verfahren gegen einen Bauarbeiter aus Mantel
Große Prozesse - erstmals ohne Präsident Leupold

Der Tatort: ein Wohngebiet in Grafenwöhr. Nach fast zwei Jahren kommt der Raubüberfall auf ein älteres Paar jetzt vor Gericht. Bild: Herda
 
Walter Leupold. Bild: Hartl

Am Landgericht Weiden beginnt am Donnerstag, 22. Februar, der Prozess gegen fünf Männer. Sie sollen am Raubüberfall auf den früheren Wirt der "Rio"-Bar in Grafenwöhr, damals 90 Jahre alt, und dessen Frau (80) beteiligt gewesen sein.

Grafenwöhr/Weiden. Des Weiteren ist der Beginn des Prozesses gegen einen Bauarbeiter (38) angesetzt, der auf dem Gelände einer Manteler Baufirma seinen Vorarbeiter mit einem Beil angegriffen haben soll. Weil Präsident Walter Leupold kurz vor dem Ruhestand steht, übernimmt in beiden Prozessen den Vorsitz der Strafkammer Markus Fillinger als Vorsitzender Richter. Die Kammer komplettieren die Richter Dr. Marco Heß und Matthias Bauer.
 Zum Fall „Rio“: Am Donnerstag, 22. Februar, beginnt das Verfahren wegen schweren Raubes gegen fünf Angeklagte zwischen 24 bis 62 Jahre. Im April 2016 war in Grafenwöhr ein zum Tatzeitpunkt 90 bzw. 80 Jahre altes Ehepaar überfallen worden. Die Täter drangen dabei nachts in das Wohnhaus ein, überwältigten und fesselten die beiden Bewohner und durchsuchten das Haus. Die Opfer der Tat wurden erheblich verletzt.
Die Staatsanwaltschaft geht in der Anklage davon aus, dass die Täter mehrere 10 000 Euro Bargeld sowie weitere Wertgegenstände erbeuteten. Sie wirft einem 40-jährigen Angeklagten vor, zusammen mit zwei flüchtigen Mittätern und einem in Österreich einsitzenden Komplizen den Überfall auf das Ehepaar vor Ort verübt zu haben. Der 24-jährige Angeklagte soll das Fahrzeug, das bei der Tat verwendet wurde, besorgt haben. Zwei weitere Angeklagte sollen den Tätern den Tipp gegeben haben, dass in dem Haus der Eheleute große Bargeldbeträge vorhanden seien.
Einem 62-jährigen Angeklagten wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, den Kontakt zwischen den Tippgebern und den Ausführenden des Raubes hergestellt zu haben. Dem 40-jährigen Hauptangeklagten liegt schwerer Raub in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zur Last. Die übrigen Angeklagten sollen zu dieser Tat Hilfe geleistet haben. Im Falle seiner Verurteilung drohen dem 40-Jährigen im Regelfall zwischen drei und 15 Jahre Freiheitsstrafe, bei den übrigen Angeklagten wäre dieser Strafrahmen im Falle der Verurteilung zu mildern.
Es sind zwölf Verhandlungstage angesetzt. Verhandlungsbeginn ist der Donnerstag, 22. Februar, 9 Uhr im Sitzungssaal 140 des Justizgebäudes in Weiden. Alle Fortsetzungstermine beginnen um 9 Uhr in Weiden mit Ausnahme des Termins am 12. März, der um 10 Uhr in den Räumen des Landgerichts Amberg beginnt. Bislang sind 42 Zeugen und fünf Sachverständige geladen.
Zum Beil-Angriff in Mantel: Ab 8. März findet die Hauptverhandlung gegen einen 38-Jährigen aus einer Gemeinde im westlichen Landkreis Neustadt statt. Die Staatsanwaltschaft Weiden wirft dem Angeklagten vor, in den Morgenstunden des 15. September 2017 seinen Arbeitskollegen und direkten Vorgesetzten mit einem etwa zwei Kilogramm schweren Schlachterbeil von hinten einen Schlag gegen den Nacken versetzt zu haben. Er soll dabei den Tod des Geschädigten billigend in Kauf genommen haben. Der Geschädigte überlebte, trotz der nicht unerheblichen Verletzungen, welche potentiell lebensgefährlich waren, die Tat. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung erhoben, da sie von einer heimtückischen Begehungsweise ausgeht.
Im Falle der Verurteilung gemäß Anklage droht dem Angeklagten eine Freiheitsstrafe von 3 bis zu 15 Jahren bzw. lebenslange Freiheitsstrafe. Die Hauptverhandlung beginnt am Donnerstag, 8. März, um 9 Uhr im Schwurgerichtssaal. Es sind vier Fortsetzungstermine vorgesehen. Es sind bislang 31 Zeugen und vier Sachverständige geladen.
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