04.03.2018 - 14:24 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

In der Straubinger Forensik soll "Ministranten-Mörder" den Vohenstraußer "Stalking-Mörder" attackiert haben Mordversuch unter Mördern

Mordversuch unter Mördern: "Ministranten-Mörder" Martin P. soll in der Hochsicherheits-Forensik in Straubing versucht haben, den Vohenstraußer "Stalking-Mörder" zu töten. Ab Montag steht er deshalb in Regensburg vor Gericht. 

2006, Landgericht München: "Ministranten-Mörder" Martin P. wird zu lebenslänglicher Haft und Sicherungsverwahrung verurteilt. Ab Montag steht er in Regensburg erneut vor Gericht. Bild: dpa
von Christine Ascherl Kontakt Profil

Regensburg/Vohenstrauß. Der Vorfall ereignete sich bereits im Oktober 2015. Am heutigen Montag beginnt der Prozess gegen Martin P. vor dem Landgericht Regensburg. Angeklagt sind versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung. Der heute 41-jährige gilt als extrem gefährlich. Er hatte 1994 einen elfjährigen Regensburger Ministranten ermordet und zehn Monate nach seiner Haftentlassung einen neunjährigen Münchener Schüler. Richter Manfred Götzl (heute bekannt durch das NSU-Verfahren) verhängte 2006 am Landgericht München die härtestmögliche Strafe: lebenslänglich plus Sicherungsverwahrung. Martin P. sei ein krankhaft pädophiler, sexueller Sadist. Von ihm gehe Gefahr aus.

Das hat sich bewahrheitet: Im forensischen Bezirkskrankenhaus Lerchenhaid bei Straubing traf er auf Alexander S., den "Stalking-Mörder". Der 28-jährige Hesse war 2012 in Weiden wegen Mordes zu 13 Jahren Haft mit anschließender Unterbringung verurteilt worden. Er hatte eine junge Frau aus Vohenstrauß - eine Zufallsbekanntschaft aus einem Online-Spiel - wochenlang verfolgt und mit mehreren Messerstichen erstochen. Stephanie S. war 21 Jahre alt und hatte ein kleines Kind. Landgerichtspräsident Walter Leupold hat den "Stalking-Mord" jüngst als den Fall bezeichnet, der ihn in seiner Laufbahn am meisten bewegt hat. Der schmächtige Hänfling Alexander S. - zur Welt gekommen als Acht-Monats-Baby einer Trinkerin - war schon im Kindesalter durch Tierquälerei aufgefallen.

In der Forensik hatten sich die beiden Mörder angefreundet. Am Abend der jetzt angeklagten Tat trafen sich die beiden im Zimmer von Martin P. zum gemeinsamen TV-Abend. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 41-Jährige vorab den Plan gefasst hatte, den Mitpatienten niederzuschlagen, zu vergewaltigen und gegebenenfalls zu töten. Dazu habe er einen Kombihammer aus der Klinik-Werkstatt bereit gelegt. Laut Anklage schlug Martin P. zu, als Alexander S. eine Disc einlegen wollte. Zudem soll er den "Stalking-Mörder" gewürgt haben. Als ein anderer Patient die Rufe hörte und das Zimmer betrat, habe der Angreifer abgelassen. Alexander S. erlitt eine Kopfplatzwunde und brach sich die Hand.

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