22.08.2017 - 20:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Ingrid Rippl feiert 70. Geburtstag: Ihr Herz schlägt für die Altstadt

Ingrid Rippl genießt das Altstadtflair, zu dem sie eine große Menge beigetragen hat. Am Mittwoch feiert sie 70. Geburtstag. Bild: exb
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Alle nennen sie Inge. Doch im Taufschein steht tatsächlich Ingrid Elfriede . Vor fast 50 Jahren änderte sich auch ihr Nachname: Am 3. Oktober 1967 heiratete sie Gert Rippl . Mit ihm teilte sie auch die Liebe zur Weidener Altstadt. Hier, beim "Bomberl Landgraf", hatten sie sich kennen- und lieben gelernt. Hier haben sie seit 1989 eine Reihe von Häusern erworben, denkmalgerecht saniert und mit neuem Leben erfüllt. Inzwischen stellt sich Sohn Harald (46 Jahre alt) der Herausforderung, die Anwesen (darunter Bürgermeister-, Kaiser-, Rosen-, Sussbauer- oder auch das Josefshaus) zu erhalten.

Am Mittwoch feiert die Unternehmerin ihren 70. Geburtstag. Nach der Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau wechselte sie zunächst zu Witt-Weiden. Mit dem Verkauf von Zeitungen und Zigaretten machte sie sich selbstständig. 1974 eröffnete sie ihren ersten Laden: City-Press in der Leibnizstraße. Bereits 1976 folgte City-Schmuck am Josef-Witt-Platz und 1984 der City-Imbiss. 1988 gab Ingrid Rippl ihre Geschäfte auf, um sich der Sanierung und der Verwaltung der Häuser widmen zu können.

Bereits 1979 bezogen die Rippls ihre Doppelhaushälfte im Hammerweg. Sie hätten sich bald eine große Villa leisten können. Doch sie blieben in ihrem Haus. Auch das zeugt von der Bescheidenheit und Bodenständigkeit der Familie.

Die Rippls bauten nicht nur in der Innenstadt. Auch das Wohnhaus in der Uhlandstraße musste umgebaut werden und zwar barrierefrei: Kurz nach ihrem 60. Geburtstag erlitt Ingrid Rippl zwei Schlaganfälle. Mutig und mit großer Beharrlichkeit kämpft sie gegen die Folgen, versucht mit aller Kraft und Verbissenheit, die drohenden bleibenden Beeinträchtigungen zu minimieren. Fünf Jahre später musste sie sich schweren Magen- und Herz-Operationen unterziehen. Danach wieder Reha. 2015 folgte der größte Schock: Gert Rippl erlag überraschend schnell einem Krebsleiden. Ihre Welt brach zusammen.

Doch auch diesen Schicksalsschlag versucht sie zu überwinden. Sie geht wieder unter Menschen, ist gerne mittendrin im Trubel, egal ob beim Bürgerfest in Weiden oder beim Bergfest in Amberg. Sie ist Stammgast bei den Sommerserenaden, kehrt dann zum Zoigl ein, genießt dazu Bratwürste. Leibspeise sind sowieso die deftigen Gerichte aus der Region.

Die Jubilarin lässt sich von der Familie für neuen Aktivitäten begeistern, ist auch auf Tattoo-Messen, Rock-Konzerten zu finden, besucht Geschäfte und versucht zu vergessen, dass sie Probleme beim Laufen hat. Und sie hat ihre "Deko-Wut" wiedergefunden. Am 27. Dezember wird Weihnachten ab- und Silvester aufgebaut, ab 2. Januar ist Fasching und ab Aschermittwoch in ihrem Haus sofort Ostern. Über allem aber steht ihr Optimismus, mit dem sie ins nächste Lebensjahrzehnt geht.

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.