21.09.2017 - 21:18 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Interventionelle Tumortherapie am Klinikum Weiden Thermosonden und Kathetern gegen den Krebs

(exb) Die bösartigen Tumoren nehmen einen immer höheren Anteil der in deutschen Kliniken behandelten Erkrankungen ein. "Einerseits ist die Lebenserwartung gestiegen und wir erleben mehr Krebserkrankungen. Andererseits werden aufgrund der neuen diagnostischen Verfahren wesentlich mehr Tumoren erkannt", erklärt Prof. Dr. Christian Paetzel, Chefarzt für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Klinikum Weiden.

Mit der interventionellen Therapie können Prof. Dr. Christian Paetzel, Chefarzt der Radiologie am Klinikum Weiden (rechts), und Oberarzt Stephan Lenhart in der Diagnostik und Behandlung von Tumoren für den Patienten schonender arbeiten. Bild: Petra Hartl
von Agentur DPAProfil

Die zunehmende Spezialisierung der Diagnostik mit hochmodernen Großgeräten und die Möglichkeit der Behandlung der Tumoren unter Sicht dieser Geräte ohne klassische chirurgische Eröffnung des Körpers ("minimal-invasive Therapie") führten auch am Klinikum Weiden zur Etablierung einer eigenen Sektion "Interventionelle Tumortherapie". "Durch die Neubeschaffung zweier neuer Kernspintomographen und eines hochauflösenden Computertomographen in diesem Jahr besitzen wir die modernsten Geräte zur Bildgebung" freut sich der Leiter der Sektion, Oberarzt Stephan Lenhart.

Individuelle Behandlung

Das Auffinden von Tumoren und das Erkennen der Ausbreitung ist ein wichtiger Baustein für die Planung der Therapie. Diese wird an die Art des Tumors, seine Ausbreitung und eventuelle vorhergehende Behandlungen im Rahmen der wöchentlichen interdisziplinären Tumorkonferenz festgelegt und individuell angepasst. "Häufig wird auch eine Kombination aus medikamentöser Therapie, Bestrahlung und operativen Maßnahmen eingesetzt, wobei in den letzten Jahren die oben beschrieben minimal invasiven Verfahren fester Bestandteil in der modernen Behandlung von Krebserkrankungen geworden sind" berichtet der Oberarzt weiter.

Eine Möglichkeit der Behandlung von Tumoren bietet das "Verkochen", die sogenannte Radiofrequenzablation von Geschwülsten und ihrer Absiedelungen. Hierbei wird eine dünne stabförmige Metallsonde durch die Haut unter comptertomographischer oder sonographischer Führung an die betreffende Stelle im Körper vorgebracht. Am Ziel angekommen fahren dünne Metalldrähte aus der Sonde aus und verankern sich im Tumor. Durch die Anlage eines hochfrequenten Wechselstroms wird die Temperatur in dem Gewebe bis zu 100°C erhöht, was zum Absterben des Tumorgewebes führt. Nach der Behandlung ist eine stationäre Beobachtung von nur ein bis zwei Tagen notwendig.

Ein weitere Strategie mit der die Radiologie ihre Kollegen unterstützen kann ist der selektive Verschluss von tumorversorgenden Gefäßen oder die direkte Gabe von Chemotherapeutika in diese Gefäße. Notwendig ist dies etwa vor Entfernung von Tumoren an der Wirbelsäule um Blutungen zu vermeiden oder bei einigen Tumoren oder deren Absiedlungen in der Leber.

Über einen Zugang in der Leistenarterie werden die Gefäße mit dünnen Kathetern und Drähten sondiert und dargestellt, ohne dass der Patient hierbei Schmerzen erleidet. Dank dem neuen modernen Angiografiegerät können gestochen scharfe Bilder auch kleinster Gefäße angefertigt werden und auch kleine Tumore anhand ihrer pathologischen Gefäßkonfiguration erkannt werden.

Schonende Therapie

"Moderne Tumortherapie ist Teamwork, die Zusammenarbeit aller Spezialisten und Fachabteilungen ermöglicht uns eine Behandlung von Krebspatienten auf höchstem Niveau indem wir für jeden Patienten ein individuelles und möglichst schonendes Therapiekonzept entwickeln" fasst Paetzel zusammen.

NOGEM, die 1. Nordoberpfälzer Gesundheitsmesse findet am 23./24. September in der Weidener Max-Reger-Halle statt. Mehr dazu unter: www. nogem.de

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