Jahreshauptversammlung bei der KAB St. Johannes
Es fehlt an Menschlichkeit

Die KAB St. Johannes ehrt treue Mitglieder (von links): Stadtpfarrer Gerhard Pausch, Angela Roßmann, Willi Dürr, Gertrud Stadler, Dagmar Nachtigall, Daniela Ernstberger, Elisabeth Schröpf und Gerhard Stadler. Bild: Kunz

"Die Pflege läuft Gefahr, von Robotern ersetzt zu werden", kritisiert Willi Dürr von der KAB. Er erinnert daran, dass Menschen keine Objekte sind.

"Das Risiko, pflegebedürftig zu werden, kann jeden treffen", unterstrich der KAB-Diözesanvorsitzende Dürr bei der Jahreshauptversammlung der KAB St. Johannes im Pfarrheim. Man denke nur an Krankheit oder Unfall. Und in den Pflegeberufen werde am Limit gearbeitet. 8000 neue Pflegekräfte, wie von der Bundesregierung in Aussicht gestellt, seien nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein: "0,6 Kräfte pro Pflegeeinrichtung."

"Wir dürfen uns das als Bürger nicht länger gefallen lassen", machte Dürr deutlich. "Es fehlt oft die Menschlichkeit." Im Zuge der Arbeit 4.0 laufe auch die Pflege Gefahr, von Robotern ersetzt zu werden. Man denke nur an Experimente in Japan. "Wir brauchen ein Gesundheitssystem, das nicht kapitalistisch geprägt ist. Es kann nicht funktionieren, kranke Menschen als Objekte für das Geschäft zu betrachten." Das laufe nämlich nur darauf hinaus, mit möglichst wenigen qualifizierten Kräften die Pflege zu leisten.

Auch Ortvorsitzender Hermann Stadler betonte, dass der Mensch im Mittelpunkt stehen müsse. In seinem Rechenschaftsbericht erklärte er, dass die KAB mit ihrer über 150-jährigen Geschichte zu den großen Sozialverbänden Deutschlands gehöre und dass sie sich auch einmische. "Die katholische Botschaft von Freiheit, Solidarität, Liebe und Gerechtigkeit ist Auftrag und Perspektive für eine lebenswerte und dem Menschen verpflichtende Zukunft."

Stadler erinnerte an zahlreiche Aktivitäten im vergangenen Jahr. Leider habe die Kegelgruppe Ende 2017 den sportlichen Wettkampf einstellen müssen. "Nach über 20 Jahren gab es keinen Gegner mehr, der sich mit uns messen wollte." Im neuen Koalitionsvertrag gehe es unter anderem um eine bessere Anrechnung von Erziehungszeiten für Mütter, die Kinder vor 1992 geboren haben. Klingt gut, sagte Stadler. "Aber dass dies erst ab drei Kindern gilt, kann nicht sein. Hier werden wir tätig werden." Für 40-jährige Treue zur KAB wurden Gertrud und Hermann Stadler geehrt. 25 Jahre Mitglied sind Angela Roßmann und Elisabeth Schröpf.
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