28.11.2017 - 20:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Jahreshauptversammlung der Kulturbühne Weiden in Max-Reger-Halle: Auf Schulen fixieren

Die Kulturbühne Weiden schiebt Frust. "Die Zahlen sind nicht recht positiv", erklärt Stefan Voit am Montagabend bei der Jahreshauptversammlung in der Max-Reger-Halle. Tolle Programme, aber zu wenige, die das sehen wollten.

Die Vorstandschaft der Kulturbühne Weiden nimmt jeden konstruktiven Vorschlag aus den Reihen der Mitglieder dankbar auf: (von links) Cornelia Taubmann, Stefan Voit, Veit Wagner und Johannes Häring. Bild: Kunz
von Autor UZProfil

Seine ganz besondere Kritik richtete sich an die Politiker vor Ort. "Nicht mal beim Tour-Auftakt mit den Zwölf Geschworenen, einer fantastischen Inszenierung, war einer von ihnen da." Voit: "Ich finde das beschämend. Und ich habe mir auch erlaubt, das von der Bühne herab zu sagen." Traurig finde er auch, dass sich niemand vom Kulturamt habe sehen lassen. "Von dieser Seite würden wir uns auch mehr Unterstützung wünschen." Keine Hilfsangebote, keine Newsletter, die das Kulturprogramm gebündelt weiterschicken. "Ein altes Problem."

Unter dem Dach "Kulturbühne Weiden" sind das "Theater", die "Bühne Zwo" und "Klein & Kunst" gebündelt. Man habe heuer auf den Besuch der Theatermesse Inthega verzichtet. Aus Zeitmangel, vor allem aber wegen der Kosten. "Wir haben auch noch keine neuen Stücke eingekauft." Überhaupt habe man sich aufgrund der mangelnden Akzeptanz im Vorstand die Frage gestellt: "Machen wir weiter, oder lassen wir's sein?" Nach langer Diskussion sei man übereingekommen, der Kulturbühne noch eine Chance zu geben. "Weil die einfach wichtig ist."

Komisch, meinte Voit: "Bei der Monika Gruber stehen sie Schlange an der Kasse, und ins Theater kommt kaum einer." So musste jetzt die Aufführung am 4. Dezember - "In 80 Tagen um die Welt" - gecancelt werden. Warum? Das beantwortete Johannes Häring: wegen des schleppenden Vorverkaufs. Mehr Erfolg verspreche man sich vom Ballhausorchester am 1. Januar. Einigermaßen gut besucht sein dürfte das Beatboxmusical "Razz" am 22. Januar: Im Publikum säßen 160 Schüler aus Flüchtlingsfamilien. Die Karten haben Service-Clubs gesponsert. Für "Romeo und Juliet", am 7. Februar in englischer Sprache, hätten sich schon viele Schulklassen angemeldet.

"Wir haben heuer ganz intensiven Kontakt zu den Weidener Schulen gesucht und haben die Lehrer angesprochen", erklärte Voit. Viele Anmeldungen gebe es für "Nathan der Weise" am 19. März und Franz Kafkas "Die Verwandlung" am 5. Juni. Insgesamt habe man für diese Stücke schon 580 Schüler mobilisiert. "So viele wie noch nie zuvor." Das mache Mut. "Darauf setzen wir unsere Zukunft." Das bringe zwar nicht das große Geld, ermuntere aber, weiterzumachen. Schließlich habe die Kulturbühne nur noch 63 Abonnements nach 93 im Vorjahr. Zu Spitzenzeiten habe die "Kleine Bühne" über 120 Jahreskarten verkauft. Härnig: "Wenn mal 150 Zuschauer im Saal sitzen, können wir schon froh sein."

Der Vorstand könne sich vorstellen, den Boulevard künftig zu verlassen und auf schultaugliche Klassiker von guter Qualität umzusteigen. Stephan Gollwitzer riet zum engeren Kontakt mit den Service-Clubs und dem Wirtschaftsclub. Dies sei der Personenkreis, der selber gerne ins Theater gehe und zum anderen vielleicht hin und wieder Teile der Belegschaft, als kleines Bonbon, zum Theaterbesuch einladen könnte.

Bei der Monika Gruber stehen sie Schlange, und ins Theater kommt kaum einer.Stefan Voit
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