18.08.2017 - 17:14 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Jungreporter werfen Blick hinter Volksfest-Kulisse Müllmonster und Wackeltreppe

Schrecksekunde für die Jungreporter. Zombies nagen an Füßen, ein maskierter Mann aus Transsilvanien springt aus einer dunklen Ecke der "Geisterhöhle". Doch auch das Spaßhaus "Remmi Demmi" sorgt für wackelige Beine.

Mit Block und Stift ausgestattet, blicken die Jungreporter hinter die Kulissen des Volks- und Schützenfest in Weiden. Bilder: Schönberger (2)
von Externer BeitragProfil

Der Tag am Volks- und Schützenfest beginnt für die 13 Jungreporter - Teilnehmer des Stadtjugendring-Ferienprogramms - mit einer schaurigen Begegnung. Ein gebeugter Mann mit Monstermaske und Machete in der Hand steht direkt im Eingang der Geisterbahn. Aus seinem linken Mundwinkel trieft weißer Schaum, Blut spritzt aus einer Bauchwunde unterhalb des Brustkorbs. "Die Bahn wurde vor 70 bis 80 Jahren in Frankreich gebaut. Der Hersteller ist unbekannt", erzählt Franz Zinnecker, Besitzer der Gruselhöhle.

Nostalgischer Grusel

Um die Bahn, die aus rund 1000 Einzelteilen besteht, zusammenzubauen, braucht man vier Mann und rund einen Tag. Zinnecker legt Wert darauf, den nostalgischen Charme der Höhle zu bewahren. "Es soll aussehen wie in den 60er Jahren." Besonders stolz ist der 31-Jährige auf den grünen Drachen aus Hartpolyester, der die Besucher mit seinem Dampf zu dem Fahrgeschäft locken soll. Insgesamt schrecken 15 Figuren die Gäste, fünf davon hat Zinnecker selbst gebastelt - unter anderem das Müllmonster im Eingangsbereich. Unheimliches Highlight ist der Live-Erschrecker mit Kettensäge. "Es wird aber niemand angefasst", betont der Schausteller. 21 Meter lang ist die Gruselfahrt, rund 50 Sekunden dauert sie. Mit seiner Frau und seinem siebenjährigen Sohn ist der Besitzer auf 17 bis 20 Volksfesten pro Jahr - von Niederbayern bis Nordrhein-Westfalen. Mit anderen Schaustellern reist er nicht. "Wir sind alle Einzelkämpfer." Seinen Wohnsitz hat der Familienvater in Magdeburg. "Dort ist auch eine Halle, in der ich die Bahn einlagere, wenn keine Feste sind." Im Winter ist er auf Weihnachtsmärkten zu finden. Dann bietet er statt Grusel Punsch und Lebkuchen an.

Toben auf zwei Etagen

Wer für Spuk nichts übrig hat, kann zum Spaß-Haus "Remmi Demmi" gehen. Doch bevor die Jungreporter den Parcours austesten, begrüßt sie der kleine "Wachhund" Issi. Marcel Wilhelm betreibt seit zwei Jahren das "Remmi Demmi", da er mit seinem vorherigen Fahrgeschäft - einem Kinderkarussell - einen Unfall hatte. "Da musste schnell Ersatz her." Der Aufbau dauert acht bis neun Stunden, der Abbau geht mit drei bis vier Stunden deutlich schneller. Der 39-jährige gebürtige Ostfriese ist zum ersten Mal in Weiden. "Ich versuche, so viel von der neuen Umgebung zu erkunden, wie möglich." Wilhelm weiß, wie beliebt das Spaß-Haus bei Kindern ist - Wackelbrücken, steile Fließbänder, bewegliche Treppen und ein großes Hamsterrad. Zweimal toben die kleinen Reporter durch die zwei Etagen.

Noch immer mit wackeligen Beinen, stärken sich die Besucher mit Fischsemmeln, Brezen und Käse der Familie Rothballer. Als Nachspeise gibt es für jeden Softeis. Bei einer abschließenden Runde über das Volksfestgelände fällt der Blick wieder auf das blutende Monster. Für einige der jungen Besucher nicht das letzte Mal. Denn sie sind sich sicher: "Wir kommen noch einmal zurück."

Jungreporter

Wer schreibt hier eigentlich?

Spannung, Grusel und Hintergrundrecherche auf dem Volks- und Schützenfest standen im Mittelpunkt des Oberpfalz-Medien-Jungreportertages. Die dreizehn Nachwuchsreporter Catharina Balk, Luisa und Theresa Göldner, Vincent Heidenreich, Patrick Herdam, Johannes und Martina Kraus, Nadine Lindner, Daniel Rodestock, Adrian Schraml, Elisa Spörl, Florian Weiß und Mia-Sophie Wieder sind zwischen 10 und 13 Jahre alt. In Zusammenarbeit mit dem Ferienprogramm des Stadtjugendrings bekamen die Kinder und Jugendlichen Einblicke in die Arbeit von Redakteuren. Ihre Eindrücke, Erlebnisse und die Interviews mit den Schaustellern diskutierten sie nach dem Besuch des Volksfestes in der Redaktion und verfassten gemeinsam einen Artikel.

Zudem waren die Nachwuchsschreiber mit Kameras ausgestattet mit denen sie alle Facetten des Festes festhielten. Anschließend suchten sie sich die besten Schnappschüsse heraus. Begleitet und unterstützt wurden sie von Redakteuren von Oberpfalz-Medien. Das Ergebnis des Jungreportertags sehen Sie auf dieser Seite. "Es war ein spannender Tag. Wir haben viel erlebt, gesehen und gelernt", lautete das Resümee am Ende. (juh)

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.